Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Ein schlechtes Jahr für die AfD

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Ist die AfD im Corona-Jahr entzaubert worden?

(Foto: picture alliance/dpa)

Gleichauf mit der SPD startet die AfD im RTL/ntv-Trendbarometer ins spätere Corona-Jahr. Zwölf Monate danach läuft es für die Sozialdemokraten zwar noch nicht besser, aber für die rechte Alternative sieht es deutlich schlechter aus: Keine Partei hat in den Umfragen auf Jahressicht so sehr an Zustimmung verloren.

Fünf Prozentpunkte Verlust fährt die AfD beim Vergleich ihrer Umfragewerte Anfang 2021 mit Anfang 2020 ein. Im Januar 2020 war sie mit 13 Prozent Zustimmung im RTL/ntv-Trendbarometer gestartet - einem Wert nur knapp unter dem, den die SPD heute einfährt, nämlich 14 Prozent. Doch mit ihrer zweifelhaften Haltung zur Corona-Pandemie verspielten sich die Rechtspopulisten bald ihre gute Startposition und starten nun mit im Vergleich mageren acht Prozent in das neue Jahr.

Gewinner des Jahres 2020 ist eindeutig die Union - zwar konnte sie die 40 Prozent Zustimmung aus dem Frühsommer nicht dauerhaft halten, aber sich bei immer noch starken 36 Prozent einpendeln. Im Januar 2020 waren CDU und CSU mit 28 Prozent ins Jahr gestartet. So konnte die Union klar vom entschiedenen Anti-Corona-Kurs beim ersten Lockdown profitieren, der in der Eindämmung der Pandemie erfolgreich war und ihr großes Vertrauen der Bevölkerung einbrachte. Ihrem Regierungspartner SPD gelang es kaum, die Regierungspolitik in Erfolge bei den Umfragen umzumünzen.

Von 12 Prozent Zustimmung im Januar 2020 konnten sich die Sozialdemokraten mit ihren kurz zuvor gewählten Vorsitzenden, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, nur um zwei Punkte auf 14 Prozent im Januar 2021 hocharbeiten. Auch der Schachzug, sich früh auf Finanzminister Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten festzulegen, während weder die Union noch die Grünen diese Frage schon entschieden haben, brachte ihnen keinen erkennbaren Stimmenzuwachs ein. Scholz' Beliebtheit in Politiker-Rankings strahlt nicht ab auf die SPD.

Wenn die Regierungspolitik - ein harter Lockdown im Frühjahr - "alternativlos" erscheint, wie es Kanzlerin Angela Merkel betonte, wird es schwierig für die Opposition, eine kritische Haltung zu entwickeln. Das bekamen die Grünen zu spüren. Vom Start mit verheißungsvollen 22 Prozent und weit vor der SPD rutschten sie im April gar auf 15 Prozent ab, während für die CDU/CSU die Hochphase begann. Im Laufe des Sommers, der dank niedriger Infektionszahlen auch wieder andere Themen zuließ, ging es langsam wieder aufwärts. 20 Prozent im Januar 2021 schienen zuletzt jedoch das Maximum zu sein, was die Grünen derzeit erreichen können.

FDP lässt Fünf-Prozent-Marke hinter sich

Linke und FDP rutschten im Vergleich mit Anfang 2020 jeweils um einen Prozentpunkt ab - die Linke von neun auf acht Prozent Zustimmung, die FDP war bei acht und steht jetzt auf sieben Prozent. Während allerdings die Linke ihr Ergebnis beinahe das ganze Jahr hindurch hielt, kaum Verluste hatte aber auch keine neuen Unterstützer fand, verbrachten die Liberalen einen Großteil der vergangenen 12 Monate auf der gefährlichen Fünf-Prozent-Marke. Ihre kritische Haltung zu vielen Maßnahmen der Corona-Bekämpfung wurde über das Jahr von den Wählern kaum geteilt.

Im Vergleich zum letzten Trendbarometer Ende Dezember büßten SPD, Linke und AfD einen Prozentpunkt. Die Union hielt ihren Wert, für die FDP ging es einen Punkt nach oben, die Grünen konnten zwei Prozentpunkte gut machen.

*Datenschutz

Die Daten zu Parteipräferenzen und politischer Kompetenz wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 04. bis 08. Januar 2021 erhoben. Datenbasis: 2.503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/–2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, fni