Politik

Beweis der Friedlichkeit Eine Chance für Kampfhunde

Hunde bestimmter Rassen dürfen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg nicht pauschal als Kampfhunde eingestuft werden, ohne dass der Halter die Chance hat, diese Annahme zu widerlegen.

Der Verwaltungsgerichtshof erklärte am Montag in Mannheim Vorschriften in der Polizeiverordnung der badischen Stadt für ungültig, nach denen die Hunderassen Pitbull, American Staffordshire und Bullterrier als unwiderlegbar gefährlich gelten, weil sie auf Angriffslust und Kampfbereitschaft gezüchtet worden seien. Sie benötigen in Mannheim deshalb eine Genehmigung, müssen gekennzeichnet werden und einen Maulkorb tragen. Das verstoße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, urteilten die Richter.

Alle Hundehalter müssten, wie in der Gefahrhundeverordnung des Landes vorgesehen, die Chance erhalten, mit einer Prüfung das friedliche Wesen ihres Hundes nachzuweisen und ihn von der Maulkorbpflicht zu befreien, befanden die Mannheimer Richter. Das Gericht gab damit einem Hundehalter Recht. Dieser hatte geklagt, sein Tier werde gegenüber anderen, ähnlich gefährlichen Hunden diskriminiert.

Eine Revision ließ der Verwaltungsgerichtshof nicht zu, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. (AZ.: 1 S 1667/00)

Quelle: ntv.de