Politik

Schin Beth überzeugt El-Al-Maschine sollte abstürzen

Auch der israelische Geheimdienst ist inzwischen überzeugt, dass ein 23-jähriger Araber ein israelisches Passagierflugzeug entführen und einen Terroranschlag verüben wollte. Am Montag waren in Israel noch Zweifel daran geäußert worden, ob der als "verwirrt" beschriebene Taufik Fukara wirklich eine Entführung beabsichtigte.

Die israelische Zeitung "Haaretz" meldete am Dienstag, eine vorläufige Untersuchung des Inlandsgeheimdienstes Schin Beth habe die Entführungs-Theorie bestätigt.

Taufik Fukara war am Sonntagabend auf dem Linienflug von Tel Aviv nach Istanbul kurz vor der Landung von so genannten Sky Marshalls überwältigt worden. Er war mit einem vier Zentimeter langen Messer bewaffnet. Nach Angaben der türkischen Polizei wollte der aus Galiläa stammende Mann die Maschine der Fluggesellschaft El-Al zur Umkehr zwingen und in ein Hochhaus in Israel stürzen lassen. Der türkische Nachrichtensender NTV hatte zunächst berichtet, der Luftpirat habe das Flugzeug in ein Gebäude in Istanbul lenken wollen. Wegen versuchter Flugzeugentführung wurde er am Montag in Untersuchungshaft genommen.

Den Berichten zufolge hatte sich der Luftpirat die Anschläge vom 11. September 2001 zum Vorbild genommen. Der israelische Araber war zunächst auf eine Stewardess losgegangen. Danach soll er versucht haben, in das Cockpit der El-Al-Maschine einzudringen. Fukara sei zwei Mal von seinem Platz in der Touristenklasse aufgestanden, um nach Wasser zu fragen. Als er die Stewardess nach einem kleinen Disput geschubst habe, hätten ihn zwei Flugsicherheitsbeamten der El-Al überwältigt. Dabei entdeckten sie das vier Zentimeter lange Messer.

In der Maschine war nach Berichten von Mitreisenden Panik ausgebrochen. Das Flugzeug mit 170 Passagieren an Bord landete sicher in Istanbul. Die Sicherheitsbeamten hatten den Angreifer nach Augenzeugenberichten ausgezogen und sich auf ihn gesetzt.

Eine Untersuchung soll nun klären, wie der Mann das Messer an Bord des Linienflugzeugs schmuggeln konnte. Beobachter erwarten, dass die Untersuchung personelle Konsequenzen im Sicherheitsapparat am Ben-Gurion-Flughafen nach sich ziehen wird. Nach dem Entführungsversuch war der Flughafen am Sonntagabend vorübergehend geschlossen worden.

Quelle: ntv.de