Politik

Söder schlägt Alarm "Es kommt Wechselstimmung im Land auf"

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In den Umfragen hat die Union in den vergangenen Wochen deutlich eingebüßt.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Der Höhenflug der Union in den Umfragen ist vorbei - vielmehr geht es seit Wochen bergab. Inzwischen scheint es nicht mehr ausgeschlossen, dass CDU und CSU ihre Position als stärkste Kraft verlieren.

Nach dem Absturz der Union in den Umfragen hat CSU-Chef Markus Söder vor einer "Wechselstimmung" in Deutschland gewarnt. "Die Lage ist sehr ernst. Die Corona-Zahlen steigen und die Unionswerte fallen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Es kommt Wechselstimmung im Land auf." CDU-Parteivize Norbert Röttgen sagte: "Schon die Landtagswahlen waren ein Weckruf, aber jetzt herrscht wirklich Alarm".

Die Union müsse "zeigen, dass sie noch Kraft und Ideen hat und nicht erschöpft und ausgelaugt ist", sagte Söder. "Es braucht jetzt Aufbruch." Die Union habe kein Abo mehr auf die Kanzlerschaft, fügte er hinzu.

Im sogenannten Sonntagstrend für die Zeitung setzte sich der Abwärtstrend der Union die vierte Woche in Folge fort. CDU und CSU verloren zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche und kamen nun auf 25 Prozent. Das sind elf Prozentpunkte weniger als noch vor sieben Wochen. Im ZDF-"Politbarometer" vom Freitag war die Union um sieben Punkte auf 28 Prozent abgerutscht.

Röttgen sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Umfrageverluste seien "durch einen massiven Verlust von Vertrauen eingetreten". Die gesamte Partei müsse nun gemeinsam mit CDU-Chef Armin Laschet mit der Krise umgehen. "Das ist nicht das alleinige Problem des Vorsitzenden." Mit Blick auf die Bundestagswahl in einem halben Jahr fügte Röttgen hinzu: "Aber die Zeit dafür wird knapp."

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Röttgen warnte zugleich vor Zeitdruck in der Frage der Kanzlerkandidatur. Die CDU/CSU solle "nichts überstürzen", mahnte der CDU-Vizevorsitzende. "Mit Aktionismus gewinnen wir kein Vertrauen wieder." Dass es mit Söder einen möglichen Bewerber gebe, sei kein Problem. "Ich finde, wir sollten uns als CDU darüber freuen, dass der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident in den Umfragen gut dasteht", sagte Röttgen. Es gehe darum, mit welcher Aufstellung die Union "im Herbst die größte Aussicht auf Erfolg" haben wird.

CDU-Bundesvize Thomas Strobl sagte Stuttgarter Zeitungen: "Die CDU in Deutschland möchte, dass unser Bundesvorsitzender Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union wird und im Herbst auch Bundeskanzler." Diesen Eindruck habe er aus vielen Gesprächen gewonnen, sagte der baden-württembergische Innenminister und Landesparteichef. Angesichts der "schwierigen Lage" rief Strobl Laschet und Söder auf, die offene Führungsfrage in der Union schnell zu beantworten, "und dies nicht sehr viel später als Ostern".

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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