Politik

Massendemo in Kuba Exil-Kubaner in Florida in Haft

Nach anti-amerikanischen Massendemonstrationen in der kubanischen Hauptstadt Havanna ist der in Kuba und Venezuela als Terrorist gesuchte Luis Posada Carriles in Florida festgenommen worden. Der 77-Jährige werde des Verstoßes gegen die Einreisegesetze der USA beschuldigt, hieß es in einer Mitteilung des US-Heimatschutz-Ministeriums in Washington.

Hunderttausende hatten in Havanna dagegen protestiert, dass der Exil-Kubaner politisches Asyl in den USA bekommen sollte. Wenige Stunden später wurde Posada Carriles von US-Sicherheitskräften festgenommen. Der Exil-Kubaner, der auch ein Attentat auf Kubas Präsidenten Fidel Castro geplant haben soll, hatte angesichts des internationalen Streits um seine Person bereits angekündigt, er werde seinen Antrag auf Asyl in den USA möglicherweise zurückziehen. Dies sagte er der Zeitung "Miami Herald".

Der ehemalige Agent des US-Geheimdienstes CIA wird in Venezuela wegen der Beteiligung an dem Terroranschlag auf ein kubanisches Flugzeug im Jahr 1976 gesucht. Dabei wurden 73 Menschen getötet. Zu diesem Zeitpunkt lebte Posada in Venezuela und hatte die Staatsbürgerschaft des Landes, das seit der Regierungsübernahme durch Präsident Hugo Chavez mit Kuba verbündet ist. Posada war vor mehr als 20 Jahren wegen des Attentats in Venezuela festgenommen worden, ihm gelang jedoch die Flucht aus dem Gefängnis. In Panama saß er wegen der Attentatsplanung eine mehrjährige Strafe ab. Vor einem Jahr war er begnadigt worden, im März reiste er laut "Miami Herald" - ohne Visum und damit illegal - über Mexiko in die USA ein. Posada bestreitet die Vorwürfe und wirft Castro vor, seinen Fall zu instrumentalisieren, um dem Ansehen der USA zu schaden

Nach offiziellen kubanischen Angaben waren am Dienstag über eine Million Menschen der Aufforderung der kubanischen Führung gefolgt und hatten in Havanna vor der US-Vertretung demonstriert. Castro beschuldigt Washington, mit Posada Carriles einen gesuchten Terroristen zu schützen. In einer kurzen Ansprache sagte Castro, die USA hätten seit 1959 mit terroristischen Maßnahmen versucht, die Revolution in Kuba zu beenden.

Die Regierungen von Kuba und Venezuela verlangen von Washington die Auslieferung des Exil-Kubaners. In der Stellungnahme des US-Heimatschutzministeriums wird betont, dass nach US-Gesetzen grundsätzlich niemand an Kuba - oder an Länder, die in Kubas Namen handelten - ausgeliefert werde. Dies legte nach Interpretation der US-Fernsehsender nahe, dass Posada Carriles nicht ausgeliefert wird.

Quelle: n-tv.de