Politik

El-Kaida-Drohungen "echt" FBI warnt vor neuem Terror

Die US-Ermittler halten die jüngst veröffentlichten Terrordrohungen des El-Kaida-Netzwerkes für authentisch. Vor diesem Hintergrund warnte die US-Bundespolizei FBI vor neuen Anschlägen. Möglicherweise hätten Extremistenführer Osama bin Laden und sein Stellvertreter Aiman el Sawahri mit ihren Fernsehbotschaften das Signal für neue Attentate gegeben.

Diese Analyse sei von inhaftierten El-Kaida-Mitgliedern untermauert worden, die die Drohungen ebenfalls als mögliches Zeichen für Angriffe auf US-Ziele interpretiert hätten, erklärte das FBI. Konkrete Hinweise auf einen besvorstehenden Anschlag gebe es allerdings nicht. Die nationale Sicherheitsstufe werde daher nicht erhöht.

Anschläge gegen Deutschland

Der arabische Fernsehsender El Dschasira hatte am Dienstag eine Tonbandaufzeichnung ausgestrahlt, bei der es sich um eine Aufnahme el Sawahris handeln soll. Darin wurde mit neuen Anschlägen - auch gegen Deutschland und Frankreich - gedroht.

"Wir haben einige Botschaften an Amerikas Verbündete geschickt, damit diese ihre Beteiligung an dessen Kreuzzug beenden. Die Mudschaheddin-Jugend hat bereits Botschaften nach Deutschland und Frankreich geschickt. Wenn jedoch diese Dosen nicht genug sein sollten, sind wir mit Allahs Hilfe bereit, weitere Dosen zu injizieren", war unter anderem auf dem Band zu hören.

Im Mai waren in Pakistan elf Franzosen bei der Explosion eines Busses getötet worden. Im April kamen bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Tunesien 21 Menschen ums Leben, darunter 14 deutsche Touristen.

Rätselraten um bin Laden

Erst am vergangenen Sonntag hatte El Dschasira ein Tonband ausgestrahlt, auf dem Bin Laden zu hören gewesen sein soll. In US-Geheimdienstkreisen hieß es, bei der Stimme handele es sich offenbar tatsächlich um die Bin Ladens. Allerdings blieb unklar, wann die Aufnahmen gemacht wurden.

Der afghanische Geheimdienst geht davon aus, dass Bin Laden am Leben und in Afghanistan aktiv ist. Er wolle die politische Situation in Afghanistan in den kommenden Wochen destabilisieren, erklärten Geheimdienstkreise.

Am Wochenende sei ein über Satellitentelefon geführtes Gespräch zwischen Talibanführer Mullah Mohammed Omar und seinem früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten Maulwi Abdul Kabir abgehört worden. Darin seien Bin Laden el Sawahri zwar nicht namentlich erwähnt worden. Die Unterredung deute aber darauf hin, dass beide noch lebten.

In dem Telefonat habe Mullah Omar erklärt, in den nächsten eineinhalb Monaten werde in Afghanistan etwas geschehen, das die Lage dort verändern werde. Er habe sich dabei auf "unsere Wohltäter" und "die Scheichs" bezogen, was Umschreibungen für Bin Laden und el Sawahri seien. "Den Scheichs geht es gut, sie fragen nach dir", soll Omar gesagt haben.

Quelle: ntv.de