Politik

Ahmadinedschad-Besuch hat Folgen FDP-Mann gibt Kandidatur zurück

Zunächst will sich der FDP-Politiker Claus Hübscher bei seinem Treffen mit Irans Präsidenten Ahmadinedschad nichts denken. Doch mit ein wenig Abstand dämmert ihm, dass der Höhepunkt seiner Bildungsreise sich zu einer Belastung entwickelt und begräbt seine Pläne für eine Landtagskandidatur.

Der wegen einer Iran-Reise in die Kritik geratene niedersächsische FDP-Politiker Claus Hübscher wird bei der Landtagswahl im Januar 2013 nicht mehr antreten. "Ich habe gegenüber meinem Kreisverband den Wunsch geäußert, meine Kandidatur zurückzugeben", sagte Hübscher in Delmenhorst.

Hübscher hatte Ende April bei einer Reise den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad getroffen. Die zehntägige Reise war von Yavuz Özuguz organisiert worden, der Vorsitzender des Vereins Islamischer Weg in Delmenhorst ist. Der Verein stand zeitweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Hübschers Treffen mit Ahmadinedschad hatte für Empörung bei den Liberalen gesorgt. FDP-Landeschef Stefan Birkner hatte sogar einen Parteiausschluss erwogen, zu dem es aber nicht kam. Hübscher selbst hatte seine Reise bislang verteidigt. Er sei weiterhin der Meinung, "das war richtig", sagte er dem "Weser-Kurier". Antisemitische Äußerungen habe er im Iran zudem nicht gehört. Er habe sich im Übrigen nicht die Ansichten Ahmadinedschads zu eigen gemacht. "In keinster Weise ist mir da das Gehirn gewaschen worden." Hübscher fügte hinzu: "Ich vertraue dem Wort Ahmadinedschads, wenn er sagt: 'Wir dürfen keine Atomwaffen entwickeln.'"

Quelle: n-tv.de, dpa

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