Politik

Missglückte Befreiung im Jemen Familien hadern mit Militäraktion

Lange bangen die Familien von Luke Somers und Pierre Korkie um das Leben der von Al-Kaida verschleppten Männer. Ausgerechnet bei einer Befreiungsaktion sterben die Verschleppten. Nun schwanken die Gefühle zwischen Kritik und Vergebung.

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Somers wurde schwer verletzt ausgeflogen, starb aber auf dem Transport.

(Foto: dpa)

Die Familie des bei einem missglückten Befreiungsversuch im Jemen getöteten Fotojournalisten Luke Somers hat die Kommandoaktion der US-Armee kritisiert. Die Familie hätte weitere Verhandlungsversuche einer gewaltsamen Befreiung vorgezogen, sagte am Penny Bearman, die Stiefmutter des britischstämmigen US-Fotojournalisten. Somers war zusammen mit einer südafrikanischen Geisel bei einem Kommandoeinsatz von US-Soldaten und irakischen Sicherheitskräften am Samstag im Südosten Jemens getötet worden.

Der "Times" sagte Bearman, auch ihr Stiefsohn hätte einer Verhandlungslösung sicherlich den Vorzug gegeben. Mit Blick auf Drohungen der Geiselnehmer vom Netzwerk Al-Kaida, den 33-Jährigen binnen 72 Stunden zu töten, sollten die USA nicht mehrere Forderungen der Kidnapper erfüllen, sagte Bearman: "Es gab schon vorher Drohungen, die nicht wahrgemacht wurden." Somers Vater Michael sagte der BBC, hätte es keinen Rettungsversuch gegeben, wäre sein Sohn noch am Leben. Dennoch wolle er der US-Regierung keine Vorwürfe machen. "Hätten sie ihn rausgeholt, würden wir sie jetzt loben."

Die Witwe des getöteten Südafrikaners Pierre Korkie erklärte am Sonntagabend, ihre Familie habe sich entschieden zu "vergeben". "Wir haben uns entschieden, uns bei den Gedanken an Pierre zu freuen und ihn in unseren Herzen weiterleben zu lassen", statt einen Streit um seine missglückte Befreiung zu führen. Korkie hätte nach Angaben einer Hilfsorganisation am Sonntag freigelassen werden sollen, dies wurde durch die missglückte Befreiungsaktion am Samstag verhindert.

Für den südafrikanischen Lehrer hatten die Geiselnehmer drei Millionen Dollar Lösegeld gefordert. Der Organisation Gift of the Givers zufolge waren bereits Vorbereitungen getroffen worden, um den 57-Jährigen auszufliegen. Der Südafrikaner und seine Frau waren Ende Mai 2013 in der Stadt Taes entführt worden, wo sie seit vier Jahren als Lehrer arbeiteten. Yolande wurde im Januar freigelassen. Somers war im September vergangenen Jahres entführt worden.

Quelle: ntv.de, sba/AFP