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Israel kündigt Wohnungsbau an Fatah warnt vor "Gewaltexplosion"

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Zusammenstöße zwischen Palästinensern und Israelis im Westjordanland

(Foto: AP)

Israel will mit dem Bau neuer Wohnungen in Ostjerusalem Fakten schaffen - das zumindest werfen Palästinenser der Regierung von Ministerpräsident Netanjahu vor. Die Fatah warnt vor neuer Gewalt angesichts der angekündigten Beschleunigung des Baus.

Israel hat den Bau von 1000 weiteren Wohnungen im arabischen Osten Jerusalems angekündigt. Rund 400 sollen in Homa und 600 weitere in Har Schlomo gebaut werden, wie ein Mitarbeiter des Büros von Ministerpräsident Netanjahu berichtete. Zudem sollen den Angaben zufolge zwölf Straßen gebaut werden, die auch von Palästinensern genutzt werden sollen.

Die Entscheidung birgt nach Ansicht eines Mitglieds der Palästinenserführung das Potenzial, eine Gewaltexplosion auszulösen. Davor warnte Dschibril Radschub, ein Führungsmitglied der Fatah-Partei, bei einer Pressekonferenz in Ramallah. Die Planung der Wohnungen für Siedler im Osten von Jerusalem sei "ein einseitiger Akt, der zu einer Explosion führen wird", sagte Radschub.

Anfang Oktober hatte Israel bereits Pläne für den Bau von 2600 Häusern in einem besonders sensiblen Teil Ost-Jerusalems bekanntgegeben. Der fortschreitende israelische Siedlungsbau im arabischen Ostteil der Stadt hat wiederholt für internationale Kritik gesorgt. Arabische Einwohner Jerusalems verweisen immer wieder darauf, dass sie auch in Ost-Jerusalem kaum Baugenehmigungen erteilt bekommen.

Auch internationale Kritik am Siedlungsbau

Viele jüdische Organisationen unterstützen die israelische Besiedelung Ost-Jerusalems finanziell. Die Palästinenser beklagen, Israel wolle so in dem Teil der Stadt, den sie als künftige Hauptstadt beanspruchen, Fakten schaffen und ihn systematisch vom Westjordanland abtrennen.

Die zuletzt wieder gehäufte Siedlungsaktivität in den besetzten Palästinensergebieten stößt auch in Europa und den USA auf massive Kritik, weil die Aussicht auf einen Frieden in Nahost weiter schmälert.

Im seit 1967 besetzten Ostteil Jerusalems ist die Lage bereits seit vier Monaten sehr angespannt. Morde und Anschläge von palästinensischen und israelischen Extremisten sowie der Gaza-Krieg haben gewaltsame Proteste ausgelöst, gegen die Bereitschaftspolizisten mit großer Härte vorgehen. Radschub, der dem Zentralkomitee der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas angehört, warnte, Netanjahu solle "uns nicht alle zusammen in einen Teufelskreis des Blutvergießens treiben". Er solle "nicht darauf setzen, dass das palästinensische Volk kapituliert."

Quelle: n-tv.de, fma/dpa/AFP

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