Politik

Kultusminister legen Korridor fest Ferienzeit dauert bald fast drei Monate

Die Sommerferien sollen sich künftig über einen Zeitraum von fast drei Monaten erstrecken. Das legen die Kultusminister fest - und machen damit der Tourismusindustrie ein Geschenk.

Die Kultusminister haben die Termine für die Sommerferien von 2018 bis 2024 festgelegt. Dafür musste die Kultusministerkonferenz (KMK) die Ferienzeiten von 16 Bundesländern aufeinander abstimmen. Der Zeitraum vom frühesten Sommerferienbeginn bis zum spätesten Ferienende erstreckt sich demnach auf durchschnittlich 84,6 Tage und ist damit länger als bisher. Vor allem die Tourismusbranche hat Interesse daran, dass die Ferienzeit in Deutschland möglichst lang ist. Die konkreten Termine veröffentlichte die KMK auf ihrer Website. Auch die Termine bis 2017 finden sich dort.

Nach einem Einspruch Schleswig-Holsteins wurde der Zeitkorridor für die Gestaltung der unterschiedlichen Ferientermine in den Ländern um einige wenige Tage in den Spätsommer hinein ausgeweitet. Letzter Ferientag ist damit nun der 13. September. Baden-Württemberg und Bayern werden auch weiterhin die späten Ferientermine belegen. Die Sommerferien-Termine werden von den Bundesländern langfristig nach einem rollierenden System festgelegt: In einem Jahr starten die einen Länder früher, im anderen Jahr die anderen.

Schleswig-Hostein setzt sich durch

Das soll Staus auf den Straßen und Engpässe im Tourismus vermeiden und es möglichst allen Eltern und Kindern ermöglichen, in ihren Ferien in den Genuss warmer Hochsommertage zu kommen. Schleswig-Holstein und auch die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hatten gegen die ursprüngliche Planung der Kultusminister Einspruch eingelegt. Sie sahen die touristischen und wirtschaftlichen Interessen vor allem der Küstenregionen nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Regelung schaffe Planungssicherheit für Schulen, für den Sommerurlaub der Familien mit schulpflichtigen Kindern und für die Tourismusbranche, erklärte die amtierende KMK-Präsidentin, die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen. Die Einigung basiere in erster Linie auf pädagogischen Überlegungen, berücksichtige aber zugleich "so weit wie möglich verkehrliche und touristische Belange".

Zeitraum schwankt meist zwischen 80 und 87 Tagen

Der Gesamtferienzeitraum, der sich vom ersten bis zum letzten Sommerferientag in Deutschland erstreckt, schwankt von 2018 bis 2024 meist zwischen 80 und 87 Tagen. Im Jahr 2019 sind es unter Einbeziehung der zweiwöchigen Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg sogar 95 Tage, weil sich das Ende der Pfingstferien in den beiden Südländern und der Anfang der Sommerferien in Berlin und Brandenburg überschneiden.

Der Durchschnittswert der sommerlichen Ferientage von 2018 bis 2024 liegt mit 84,6 Tagen etwas höher als in den Jahren von 2004 bis 2010 mit rund 83 Tagen und deutlich höher als im aktuellen Plan von 2011 bis 2017 mit knapp 81 Tagen. Die Diskussion um den Zeitraum der Sommerferien war zuletzt dadurch verschärft worden, dass die Urlaubszeit in diesem Sommer mit 71 Tagen ausgesprochen kurz ist.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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