Politik

"Reine Vorsorge" Flugzeuge aus Japan werden untersucht

Lebensmittel aus Japan werden auf radioaktive Strahlung untersucht, Unterhaltungselektronik wird stichprobenartig geprüft. In Arbeit ist eine Eilverordnung, die Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Flugzeugen festlegen soll.

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Schweigemarsch in Frankfurt am Main für die Opfer der Katastrophe in Japan.

(Foto: dapd)

Die Bundesregierung hat wegen der Atomkatastrophe in Japan eine Reihe vorsorglicher Maßnahmen zum Strahlenschutz in die Wege geleitet. So können sich Reisende aus Japan in Deutschland auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen, Lebens- und Futtermittel aus Japan werden kontrolliert, Importgüter wie Unterhaltungselektronik und Autos stichprobenartig untersucht. Das teilte das Bundesumweltministerium mit.

Das Ministerium bereitet außerdem eine Eilverordnung vor, die Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Flugzeugen festlegen soll, die direkt aus Japan kommen. Die Maßnahmen seien reine Vorsorge. "Durch die verheerenden Ereignisse in Japan ist mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bevölkerung in Deutschland nicht zu rechnen", hieß es in einer Mitteilung.

Auch eine konkrete Gefährdung durch Flugzeuge aus Japan gibt es nach Ansicht der Bundesregierung derzeit nicht. Allerdings könne eine radioaktive Belastung der Außenhülle von Flugzeugen, die direkt aus dem Land kommen, nicht ausgeschlossen werden, hieß es in der Erklärung. Die Maschinen sollen deshalb auf Radioaktivität getestet und gegebenenfalls dekontaminiert werden. Mit der Eilverordnung sollen die Grenzwerte dazu festgelegt werden.

An den meisten deutschen Flughäfen werden Flugzeuge aus Japan schon seit Tagen einem Strahlencheck unterzogen, außerdem können sich Reisende auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen. Das Umweltministerium empfiehlt den zuständigen Landesbehörden, diese Strahlentests allen Reisenden vor Ort anzubieten. Bei erhöhten Messwerten sollen sich die Betroffenen an eine Messstelle in der Nähe wenden und prüfen lassen, ob sie radioaktive Stoffe in den Körper aufgenommen haben.

Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission hat empfohlen, Lebens- und Futtermittel, die aus Japan importiert werden, auf Radioaktivität zu untersuchen. Das Bundesverbraucherschutzministerium hat diese Bitte an die Länder weitergeleitet und dazu aufgerufen, anormale Radioaktivitätswerte sofort zu melden.

Das Bundesfinanzministerium hat den Zoll angewiesen, Güter wie Fahrzeuge und Unterhaltungselektronik, die aus Japan nach Deutschland kommen, bei der Einfuhr stichprobenartig zu überprüfen. Zum Schutz von Schiffspersonal empfiehlt die Strahlenschutzkommission Schiffen, den Unglücksort Fukushima in Japan möglichst großräumig in einem Radius von 100 Kilometern zu umfahren.

Quelle: ntv.de, dpa

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