Politik

Gewerkschaften blasen zum Streik Frankreich kippt Rente mit 60

Die Anhebung des Rentenalters in Frankreich steht augenscheinlich fest. Unklar soll aber noch das genaue zukünftige Renteneintrittsalter sein: 62 oder 63 Jahre - oder noch später.

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(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Trotz massiver Proteste der Gewerkschaften ist die Anhebung des Rentenalters in Frankreich offenbar beschlossene Sache: Die konservative Regierung habe entschieden, das derzeitige Rentenalter von 60 Jahren zu erhöhen, verlautete in Paris. Ob die Arbeitnehmer künftig mit 62 oder 63 Jahren oder noch später in Rente gehen sollen, stehe aber noch nicht fest.

Mehrere französische Zeitungen hatten berichtet, dass das Rentenalter den Gewerkschaften zufolge ab kommendem Jahr auf 62 oder 63 Jahre festgelegt werden solle, was die Regierung umgehend abgestritten hatte. Die Gewerkschaften rufen für Donnerstag zu Streiks und Demonstrationen auf, um gegen die Rentenreform zu protestieren.

Der Vorsitzende der Mehrheitspartei UMP, Xavier Bertrand, der Tageszeitung "Le Parisien", kein anderes Land in ganz Europa habe ein derart niedriges Eintrittsalter wie Frankreich. Selbst der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, der als Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten in zwei Jahren gehandelt wird, rüttele "am Dogma der Rente mit 60", betonte der Parteichef. Arbeitsminister Eric Woerth hatte dieser Tage erklärt, dass die umstrittene Reform ab Januar schrittweise in Kraft treten solle, nachdem Staatschef Nicolas Sarkozy sie im Frühjahr angekündigt hatte.

Ohne eine Reform würden in der französischen Rentenkasse bis zum Jahr 2050 jährlich rund 100 Milliarden Euro fehlen. In Frankreich liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter derzeit bei 60 Jahren; um eine volle Rente zu erhalten, müssen Arbeitnehmer ab dem Jahr 2012 gleichzeitig 41 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Quelle: ntv.de, AFP