Politik

Vorwurf der Bestechlichkeit gegen Glaeseker Früherer Wulff-Sprecher muss vor Gericht

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Wulff und sein früherer Sprecher haben sich heute nicht mehr allzu viel zu sagen.

dpa

Einen Monat nach Ex-Bundespräsident Wulff muss auch sein früherer Sprecher vor dem Richter erscheinen. Der Prozess wird auch die spektakuläre Wulff-Affäre noch einmal aufrollen - und womöglich die spannendste Frage klären: Was wusste das einstige Staatsoberhaupt?

Der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff muss noch dieses Jahr vor Gericht. Das Landgericht Hannover ließ die Anklage gegen Olaf Glaeseker sowie gegen den Partymanager Manfred Schmidt wegen Bestechung und Bestechlichkeit zu. Der Prozess beginnt am 9. Dezember.

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Glaeseker und Partymanager Schmidt (rechts) müssen dem Richter einige Fragen beantworten.

(Foto: dpa)

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte Glaeseker und Schmidt im März angeklagt. Sie hält es für erwiesen, dass der damalige Wulff-Sprecher Glaeseker dem Partymanager bei der Suche nach Sponsoren für die Promi-Fete "Nord-Süd-Dialog" half. Damals war Glaeseker noch Sprecher der CDU-Fraktion in Niedersachsen. Mit der Fete hat Schmidt angeblich rund eine Million Euro Gewinn gemacht. Im Gegenzug soll der Manager den Sprecher zu Urlauben im Ausland eingeladen haben.

Glaeseker selbst hatte die Vermutung zurückgewiesen, er habe sich von dem Partymanager kaufen lassen. Anwälte betonten, Wulff habe von den Reisen seines Sprechers auf Einladung Schmidts gewusst. Mit dieser Behauptung brüskiert er seinen früheren Chef. Wulff muss möglicherweise im Glaeseker-Prozess aussagen.

Die Anwälte erklärten auch, die Sponsorensuche sei nicht als "Diensthandlung" zu bewerten. Es gebe eine langjährige Freundschaft und ein "fast familiäre Verhältnis" zwischen Schmidt, Glaeseker und dessen Ehefrau. Sie seien der einzige Grund für die gegenseitigen Besuche gewesen.

Wulff-Prozess schon vorher

Schon einen Monat vorher muss sich Wulff selbst vor dem Richter verantworten. Vor dem Landgericht Hannover geht es ab 1. November um mutmaßliche Vorteilsnahme. Die einst umfassenden Vorwürfe sind inzwischen geschrumpft auf eine scheinbare Banalität im Wert von 750 Euro.

Mit dem Geld soll der Filmproduzent David Groenewold im Jahre 2008 einen Besuch der Familie Wulff in München gesponsert haben. Von Groenewolds Zahlungen will Wulff nichts gewusst haben. Im Gegenzug, so dagegen der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, warb der damalige Ministerpräsident brieflich beim damaligen Siemenschef Peter Löscher für eine finanzielle Beteiligung des Konzerns an einem Filmprojekt von Groenewold.

Quelle: n-tv.de, jtw/dpa

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