Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Für die Union geht es weiter nach unten

CDU/CSU und Grüne geben beide einen Prozentpunkt ab. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sind die meisten Deutschen pessimistisch. Dabei unterscheiden sich die Stimmungen in den Bundesländern teils erheblich.

Der Abwärtstrend der Union hält an: Gegenüber der Vorwoche verlieren CDU und CSU einen weiteren Prozentpunkt und kommen im Trendbarometer noch auf 33 Prozent. Denselben Wert erzielte die Union auch bei der Bundestagswahl 2017 (32,9 Prozent). Das ist wie in der Vorwoche der schlechteste Wert seit März 2020.

Auch die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und erreichen 18 Prozent (Bundestagswahl 2017: 8,9 Prozent).

FDP und AfD gewinnen jeweils einen Punkt, für SPD, Linke und sonstige kleinere Parteien ändert sich nichts. Die Sozialdemokraten kommen im Trendbarometer auf 16 Prozent (20,5 Prozent), die AfD auf 10 Prozent (12,6 Prozent). FDP und Linke liegen beide bei 8 Prozent (10,7 bzw. 9,2 Prozent). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

In den Bundestag würden gemäß den aktuellen Wahlabsichten der Deutschen 737 Abgeordnete einziehen. Die Union würde 18, die Grünen würden 75 Sitze hinzugewinnen. Alle übrigen Parteien würden verlieren. Die Mandatsverteilung im neuen Parlament: CDU/CSU 264, Grüne 142, SPD 126, Linke 63, FDP 63 und AfD 79 Sitze.

Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen über die derzeitige Corona-Politik sinkt auch das Vertrauen in die politische Kompetenz der Union. Gegenüber der Vorwoche ist der Kompetenzwert der CDU/CSU um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent gesunken. Das sind zehn Prozentpunkte weniger als Anfang Januar. SPD und Grünen allerdings trauen jeweils nur 6 Prozent der Bürger zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. 8 Prozent halten eine der übrigen Parteien für kompetent, 50 Prozent billigen gar keiner Partei politische Kompetenz zu.

Habeck und Scholz nahezu gleichauf mit Laschet

Bei der Kanzlerpräferenz kann CSU-Chef Markus Söder in dieser Woche seinen Vorsprung festigen: Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich 37 Prozent für Söder entscheiden (plus 1 Prozentpunkt). Grünen-Chef Robert Habeck käme gegen Söder auf 18 Prozent (minus 1), SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 15 Prozent (unverändert).

Würden die Unionsparteien den neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidaten aufstellen, würde er derzeit nahezu gleichauf liegen mit seinen Gegenkandidaten: Laschet käme auf 22 Prozent (unverändert), Habeck auf 21 Prozent (minus 1), Scholz auf 20 Prozent (plus 2).

Die größten Pessimisten leben im Saarland

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in den kommenden Jahren bleiben die meisten Deutschen pessimistisch: 48 Prozent befürchten, dass sich die ökonomische Lage verschlechtern wird. 27 Prozent erwarten eine Verbesserung (minus zwei Prozentpunkte), 22 Prozent rechnen mit keiner Veränderung.

Bezogen auf die einzelnen Bundesländer sind die Einschätzungen sehr unterschiedlich. Forsa hat fast 8000 Bundesbürger nach ihren Wirtschaftserwartungen befragt. Die größten Pessimisten leben im Saarland: 67 Prozent der Saarländer befürchten, dass sich die Situation der Wirtschaft in ihrem Bundesland verschlechtern wird; nur 9 Prozent erhoffen eine Verbesserung. Besonders pessimistisch wird die wirtschaftliche Zukunft auch in Bremen (56 Prozent), Berlin (53 Prozent), Nordrhein-Westfalen (51 Prozent) und Niedersachsen (50 Prozent) eingeschätzt. Hamburger, Brandenburger und Schleswig-Holsteiner dagegen sehen die Zukunft ihrer Länder nicht ganz so schwarz: In Brandenburg und Schleswig-Holstein erwarten jeweils 40 Prozent, in Hamburg 38 Prozent eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse.

Wirtschaftserwartungen in den Bundesländern

Die wirtschaftlichen Verhältnisse im jeweiligen Bundesland werden sich in den kommenden Jahren
verbessern/verschlechtern

  • Hamburg: 28/38
  • Brandenburg: 28/40
  • Schleswig-Holstein: 24/40
  • Bayern: 26/44
  • Baden-Württemberg: 21/42
  • Thüringen: 21/45
  • Rheinland-Pfalz: 18/43
  • Sachsen-Anhalt: 15/43
  • Mecklenburg-Vorpommern: 18/46
  • Sachsen: 19/48
  • Hessen: 19/48
  • Nordrhein-Westfalen: 18/51
  • Berlin: 20/53
  • Niedersachsen: 14/50
  • Bremen: 11/56
  • Saarland: 9/67

(An 100 Prozent fehlende Angaben: "unverändert bleiben" oder "weiß nicht".)

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen sowie politischer Kompetenz wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 2. bis 8. März 2021 erhoben. Datenbasis: 2510 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zu den Wirtschaftserwartungen in den Bundesländern wurden vom 18. bis 26. Februar 2021 erhoben. Datenbasis: 7980 Befragte.

Quelle: ntv.de, hvo

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