Politik
Zwei Männer, ein Posten: Sigmar Gabriel und Martin Schulz wollen Bundesaußenminister sein.
Zwei Männer, ein Posten: Sigmar Gabriel und Martin Schulz wollen Bundesaußenminister sein.(Foto: imago/Christian Ditsch)
Freitag, 09. Februar 2018

"Etliche Missverständnisse": Gabriel besucht doch Sicherheitskonferenz

Alles nur ein Irrtum? Am Donnerstag heißt es noch im Auswärtigen Amt, dass Gabriel nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz fährt. Jetzt klingt alles ganz anders.

Der scheidende Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nimmt kommende Woche doch an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Das teilte das Auswärtige Amt mit, nachdem es am Donnerstag noch hieß, Gabriels Teilnahme sei nicht geplant. Es habe "etliche Missverständnisse" zu Gabriels Terminplanungen gegeben, erklärte ein Sprecher. Es sei "nicht zutreffend", dass der Außenminister alle seine Termine abgesagt habe.

Noch am Donnerstag verlautete aus dem Auswärtigen Amt: "Eine Teilnahme von Außenminister Sigmar Gabriel ist nicht geplant." Anlass war der Ärger des scheidenden Außenministers darüber, dass er sein Amt im neuen Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel an SPD-Chef Martin Schulz abgeben soll. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, erklärte daraufhin, dass "der SPD-Chef und vermutlich künftige Außenminister Martin Schulz" an dem Treffen teilnehmen werden. Dies wurde von der SPD aber dementiert.

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist ein hochrangig besetztes Treffen zu außen- und sicherheitspolitischen Fragen. Sie findet in diesem Jahr vom 16. bis 18. Februar statt.

Schulz hatte am Mittwoch erklärt, er wolle in einer neuen Großen Koalition neuer Bundesaußenminister werden. Gabriel beklagte daraufhin einen respektlosen Umgang mit ihm und sprach von einem Wortbruch. Damit spielte er mutmaßlich auf ein angebliches Versprechen von Schulz an, dass Gabriel im Fall einer neuen Großen Koalition Außenminister bleiben dürfe. Allerdings ist nicht bestätigt, dass es dieses Versprechen so gegeben hat.

"Ich habe das Amt des Außenministers gern und in den Augen der Bevölkerung offenbar auch ganz gut und erfolgreich gemacht", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und da ist es ja klar, dass ich bedauere, dass diese öffentliche Wertschätzung meiner Arbeit der neuen SPD-Führung herzlich egal war."

Quelle: n-tv.de