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Die Einrichtung in Idlib ist die einzige Geburtsklinik im Umkreis von einhundert Kilometern.
Die Einrichtung in Idlib ist die einzige Geburtsklinik im Umkreis von einhundert Kilometern.(Foto: AP)
Freitag, 29. Juli 2016

Amnesty beschuldigt Assad: Geburtsklinik in Syrien bombardiert

Über eintausend Menschen sollen sich in dem Krankenhaus in der Provinz Idlib aufhalten, als plötzlich Bomben auf das Gebäude fallen. Mindestens zwei Menschen werden getötet. Fakt ist: Die Klinik ist teilweise zerstört, der Weiterbetrieb unmöglich.

Eine stark frequentierte Geburtsklinik in der westsyrischen Provinz Idlib ist von Bomben getroffen und schwer beschädigt worden. Dies teilte die Hilfsorganisation "Save the Children" mit, die das Krankenhaus in Kafar Tacharim unterstützt. Es habe mehrere Opfer gegeben, erklärte die Organisation, mindestens zwei Menschen seien getötet worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen in der Klinik etwa eintausend Patienten behandelt worden sein. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, der Betrieb sei komplett lahmgelegt worden.

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Nach Informationen eines Sprechers von "Save the Children" ist die Klinik die einzige solche Einrichtung im Umkreis von über einhundert Kilometern. Jeden Monat würden etwa 1300 Frauen und Kinder versorgt. Im vergangenen Monat seien dort 340 Babys zur Welt gekommen.

Unklar blieb, ob der Angriff von syrischen oder von russischen Kampfjets ausging. Amnesty International machte die syrische Führung um Machthaber Baschar al-Assad und dessen Verbündeten Russland verantwortlich. Der Luftschlag passe in das Muster, das die Menschenrechtsorganisation seit einiger Zeit beobachte, teilte Amnesty mit. Immer wieder gerieten demnach Krankenhäuser ins Visier. Solche Angriffe seien eine gravierende Rechtsverletzung und durch nichts zu entschuldigen, sagte der Amnesty-Regionaldirektor für den Nahen Osten, Philip Luther.

Die Vereinten Nationen hatten in der vergangenen Woche bereits über Angriffe auf vier Krankenhäuser im heftig umkämpften Aleppo berichtet. Im Ostteil der Stadt sind derzeit schätzungsweise 250.000 Menschen eingekesselt. Russland hatte vier Fluchtkorridore eingerichtet, nachdem die syrischen Regierungstruppen Aleppo vollständig umzingelt hatten. Bisher trauen sich jedoch nur vereinzelte Zivilisten, die Korridore zu nutzen.

Durch den Konflikt in Syrien wurden seit 2011 mehr als 280.000 Menschen getötet, Millionen Syrer ergriffen die Flucht.

Quelle: n-tv.de