Politik

US-Army gibt nicht auf General will Bin Laden lebendig

Osama bin Laden, Multimillionär aus Saudi Arabien.

Osama bin Laden, Multimillionär aus Saudi Arabien und weltweit meistgesuchter Terrorist.

Im Gegensatz zu US-Justizminister Holder gibt General McChrystal nicht auf, Terroristenchef Bin Laden lebendig zu fassen. Nach Auffassung Holders wird es aber so kommen, dass "wir der Leiche von Osama bin Laden die Rechte verlesen".

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General McChrystal (Mitte links) bei US-Soldaten in Afghanistan.

(Foto: AP)

Der NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, will Terroristenchef Osama bin Laden trotz Skepsis innerhalb der US-Regierung weiterhin lebendig fassen. "Ich denke, das sieht jeder so", sagte McChrystal laut "New York Times" während eines Schaltkonferenz des Verteidigungsministeriums. US-Justizminister Eric Holder hatte zuvor erklärt, dass Bin Laden wohl nie vor ein Gericht in den USA gestellt werde. "Die Wahrscheinlichkeit, ihn lebendig zu fassen, ist unendlich klein", sagte Holder im Kongress.

Auf die Frage, ob das Militär aufgegeben habe, den El-Kaida-Chef lebendig zu fassen, sagte McChrystal den Angaben zufolge überrascht: "Wow, nein." Sollte Bin Laden sich in Afghanistan aufhalten, würden die Streitkräfte auf jeden Fall versuchen, ihn lebend gefangen zu nehmen und vor ein Gericht zu stellen. Es wird vermutet, dass sich in der Terroristenchef in Pakistan versteckt hält.

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US-Justizminister Eric Holder.

(Foto: REUTERS)

Holder ist überzeugt davon, dass Terroristenchef Osama bin Laden nicht lebendig gefasst wird. Es werde so kommen, dass "wir der Leiche von Osama bin Laden die Rechte verlesen", so Holder. Bin Laden werde entweder "von unseren Leuten getötet oder von seinen eigenen, damit er nicht von uns gefangen genommen wird. Wir wissen das."

Debatte mit Republikanern

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Sheikh Mohammed gilt als einer der Drahtzieher des 11. September.

(Foto: AP)

Holders Äußerungen fielen bei einem hitzigen Wortwechsel mit Republikanern, die ihm vorhielten, dass die Regierung zu weich mit Terroristen umgehe. Hintergrund ist Holders ursprüngliche Entscheidung, fünf mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September vor ein ziviles Strafgericht in New York zu stellen. Inzwischen ist die Regierung von diesem Plan aber abgerückt und erwägt nun, den Topterroristen um Chalid Scheich Mohammed den Prozess vor einem Militärtribunal zu machen. Die Männer werden bisher im Lager Guantánamo Bay gefangen gehalten gehalten.

Holder verteidigte das Vorhaben, Terrorverdächtige vor Zivilgerichte zu stellen. "Sie haben die gleichen Rechte, die ein Charles Manson hatte oder jeder andere Massenmörder", sagte der Minister mit Blick auf den Sektenführer Manson, der seine Anhänger zu grausamen Morden angestiftet hatte.

Der republikanische Abgeordnete John Culberson kritisierte den Vergleich zwischen Kriminellen und Terroristen scharf. Dies zeige, dass die Regierung von US-Präsident Barack Obama eine grundsätzlich andere Auffassung als die Bevölkerung vertrete. "Meine Wähler und ich haben eine tief verwurzelte und tiefgreifende Meinungsverschiedenheit mit der Obama-Regierung, dem Justizministerium und der Führung dieses Kongresses", sagte der Texaner. Die USA befänden sich im Krieg gegen den Terrorismus "und in Zeiten des Krieges haben wir als Nation Ausländern und feindlichen Kämpfern nie Verfassungsrechte gegeben".

Sicherheitsbedenken in New York

Gegen einen Zivilprozess gegen Sheikh Mohammed und seine Komplizen in New York war Kritik laut geworden. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hatte Sicherheitsbedenken geltend gemacht für den Fall, dass der Prozess in Manhattan ganz in der Nähe des Anschlagsortes stattfinde. Die US-Regierung zog daraufhin ein Verfahren vor einem Militärgericht in Betracht. Holder erklärte nun im Kongress, die Entscheidung werde "in einigen Wochen, nicht in einigen Monaten" fallen.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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