Politik

Vom Oberst zum General Georg Klein wird befördert

Bekannt wurde Oberst Klein durch die sogenannte Kundus-Affäre. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelte wegen eines Verdachts auf ein Kriegsverbrechen gegen Klein, ein Bundestags-Untersuchungsausschuss beschäftigte sich mit dem Fall. Nun steigt er auf in der Hierarchie der Bundeswehr.

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Noch Oberst, bald General: Georg Klein.

(Foto: dpa)

Oberst Georg Klein soll zum General befördert werden. Das bestätigte das Bundesverteidigungsministerium. Der 51-Jährige soll zunächst Abteilungsleiter im neuen Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr werden. Das hat dann einige Monate später die Ernennung zum Brigadegeneral zur Folge. Ministeriumssprecher Stefan Paris sagte zu der Beförderung, Klein sei "dafür gut geeignet". Zudem erfülle er auch alle fachlichen Voraussetzungen.

In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2009 hatte Klein in Afghanistan den Befehl zur Bombardierung von zwei Tanklastzügen in der Nähe von Kundus gegeben. Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Zivilisten. Der Oberst stand damals über Monate hinweg massiv in der Kritik. Die Hinterbliebenen der Kundus-Opfer bekamen später jeweils 5000 Dollar (4030 Euro) versprochen.

Wegen des Luftangriffs hatte die Generalbundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Klein aufgenommen. Dieses Verfahren wurde jedoch am 16. April 2010 eingestellt. Die Bundeswehr verzichtete nach mehrmonatiger Prüfung darauf, gegen Klein ein Disziplinarverfahren einzuleiten.

Jung nahm den Hut, Guttenberg feuerte zwei Mitarbeiter

Über die Kundus-Affäre stolperten sowohl Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung als auch später Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sowie Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert. Dabei ging es allerdings nicht um die Bombardierung selbst, sondern um die Frage, ob Informationen korrekt weiter- und wiedergegeben wurden.

Für Kontroversen sorgte auch die Entlassung von Schneiderhan und Wichert durch Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags kam zu keiner einheitlichen Bewertung: Union und FDP sahen Guttenberg entlastet, mit Blick auf die Rolle von Schneiderhan und Wichert hatten SPD und Grüne unterschiedliche Positionen.

Guttenberg hatte eine Woche nach seinem Amtsantritt Ende Oktober 2009 die Bombardierung als nicht nur militärisch angemessen, sondern auch trotz der von Klein begangenen Verfahrensfehler als unvermeidlich bewertet. Diese Position widerrief Guttenberg später. Nach Darstellung der Koalition hatte sich der CSU-Politiker ursprünglich auf eine fehlerhafte Unterrichtung durch Schneiderhan und Wichert verlassen.

Klein wird Ende 2013 General

Derzeit ist Klein Vizechef der Stammdienststelle der Bundeswehr, die für die Personalführung von Unteroffizieren und Mannschaft zuständig ist. Diese Stelle soll im Laufe des Jahres mit dem Personalamt der Bundeswehr zusammengelegt werden, das sich um Offiziere kümmert. Das neue Bundesamt mit Sitz in Köln wird dann auch für Zivilbeschäftigte zuständig sein.

 Den neuen Posten wird Klein vermutlich im Frühjahr 2013 übernehmen. Die Ernennung zum Brigadegeneral dürfte dann vermutlich gegen Ende nächsten Jahres erfolgen. Die Bundeswehr hat derzeit etwa 200 Generäle. Im Rahmen der Neuausrichtung soll aber auch diese Zahl sinken.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa