Politik

Mehrere Tote bei Protesten gegen Militär Gewalt in Ägypten flammt wieder auf

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Die Proteste richten sich gegen die Fortführung des Prozesses gegen Mursi.

(Foto: dpa)

Der erste frei gewählte Präsident Ägyptens steht vor Gericht. Die Anhängers Mursis gehen deshalb auf die Straße. Dabei kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Eine Beruhigung der Lage ist nicht in Sicht - auf Mursi wartet ein weiterer Prozess.

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Immer wieder werden dabei Sicherheitskräfte angegriffen.

(Foto: AP)

Kurz vor der Wiederaufnahme eines umstrittenen Gerichtsverfahrens gegen Ägyptens ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi haben sich dessen Anhänger erneut Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. In der Hauptstadt Kairo und anderen Städten wie Fajum, Ismailija und Alexandria wurden dabei Angaben der Behörden zufolge 17 Menschen getötet und 62 weitere verletzt. 258 Demonstranten wurden demnach festgenommen.

In einem östlichen Vorort von Kairo gingen tausende Anhänger des Islamisten Mursi auf die Straße, steckten Reifen in Brand und bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, wie ein Reporter berichtete. Auch Schüsse waren zu hören. Dort und in mehreren anderen Bezirken setzten die Sicherheitskräfte nach den Freitagsgebeten Tränengas ein.

Im Stadtviertel Giseh zündeten Demonstranten ein Polizeifahrzeug mit Brandbomben an, wie ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte. Im Vorort Maadi beschossen sie in der Nähe eines Militärkrankenhauses die Polizei mit Feuerwerkskörpern. Einige Demonstranten warfen auch Steine und skandierten "Nieder mit der Militärführung" - aus Protest gegen Mursis Entmachtung durch die Armee im vergangenen Juli. Die wichtigsten Plätze in Kairo waren mit Stacheldraht und Armeefahrzeugen abgesperrt, darunter der Tahrir-Platz.

Zweiter Prozess ab Ende Januar

Die Proteste richten sich auch gegen die Fortführung eines Prozesses gegen Mursi am kommenden Mittwoch. Ägyptens erster demokratisch gewählter Staatschef steht seit Anfang November vor Gericht. In dem Prozess geht es um Vorwürfe der Anstachelung zum Mord an sieben Demonstranten während der Proteste gegen Mursi vor dem Kairoer Präsidentenpalast im Dezember 2012.

Wegen eines Gefängnisausbruchs 2011 soll Mursi zudem ab dem 28. Januar ein weiterer Prozess gemacht werden. Auch Spionagevorwürfe gegen ihn stehen im Raum, ein Gerichtstermin hierfür ist aber noch offen.

Seit Mursis Sturz wurden in Ägypten mehr als tausend Menschen getötet und tausende Islamisten festgenommen. Im Dezember stufte die ägyptische Übergangsregierung die Muslimbruderschaft als "Terrororganisation" ein. Damit sind die Mitgliedschaft in der Bewegung und sogar der Besitz ihrer Publikationen strafbar.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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