Politik

Warnung vor zu hohem CO2-Preis Göring-Eckardt: Urlaubsflüge nicht verteufeln

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Wenn es nach Katrin Göring-Eckardt geht, soll sich niemand "bei einem Mallorca-Urlaub schlecht fühlen".

(Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser)

Trotz aller Debatten ist eines bereits klar: Der CO2-Preis wird in den kommenden Jahren teurer. Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen. Die Frage ist nur, wann und wie tief. Grünen-Politikerin Göring-Eckardt mahnt ihre Parteikollegen, nicht zu viel zu fordern.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat ihre Partei davor gewarnt, mit Forderungen nach einem noch höheren CO2-Preis zu überziehen. "Ich glaube, dass wir mit einem CO2-Preis von 60 Euro genau richtig liegen. Das ist ein sinnvoller, ambitionierter Betrag", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir dürfen niemanden überfordern", mahnte sie mit Blick auf Änderungsanträge zum Wahlprogramm, die Abgabe bis 2023 von derzeit 25 Euro nicht auf 60, sondern 90 oder 120 Euro zu erhöhen.

Auch warnte sie davor, Urlaubsflüge zu verteufeln. Niemand solle sich "bei einem Mallorca-Urlaub schlecht fühlen", betonte Göring-Eckardt. Allerdings sollten "Kurzstreckenflüge überflüssig werden", etwa durch den Bahnausbau. Göring-Eckardt betonte zugleich, das Klimaabkommen von Paris sei nur zu erfüllen, wenn Gebäude einen großen Teil zur CO2-Einsparung beitragen. Ein Schlüssel sei die energetische Sanierung - vom Solardach über die klimafreundliche Heizung bis zur Wärmedämmung. Der Staat müsse hier eine Förderoffensive starten.

Die Grünen wollen ab Freitag auf einem weitgehend digitalen Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl im September verabschieden und Parteichefin Annalena Baerbock offiziell als Kanzlerkandidatin aufstellen. Die Koalition aus Union und SPD hatte als zentrale Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel eine CO2-Bepreisung im Verkehr und bei Gebäuden eingeführt. Seit Jahresbeginn gilt ein CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Er soll bis 2025 auf 55 Euro steigen. Die Grünen streben 60 Euro pro Tonne schon 2023 an.

Scheuer fordert "CO2-Preis-Bremse"

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer forderte eine CO2-Bremse, sollten die Spritpreise zu stark steigen. "Beschlossen ist ein schrittweiser Einstieg in höhere CO2-Preise, um Zeit für Innovationen zu haben", sagte der CSU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Nur: Wenn uns durch einen Rohöl-Boom kurzfristig die Preise an den Zapfsäulen weggaloppieren würden, braucht es eine CO2-Preis-Bremse. Sonst würgen wir die gute Konjunktur, die wir trotz Corona jetzt haben, ganz schnell wieder ab."

Einig sind sich Scheuer und Göring-Eckardt hingegen, dass es einen sozialen Ausgleich für höhere Energiekosten geben sollte. "Diejenigen, die auf dem Land leben und auf ein Auto angewiesen sind, sollen nicht draufzahlen", sagte die Grünen-Fraktionschefin. Der Verkehrsminister sprach von einem "Klimabonus" als Ausgleich für Belastungen durch steigende CO2-Preise.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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