Politik

Schlüsselfigur in Wulff-Affäre Groenewold verteidigt sich

Es ist der Verdacht, der Ex-Bundespräsident Wulff zu Fall brachte: Ein Sylt-Urlaub - vermeintlich von seinem Freund, Filmproduzent David Groenewold, bezahlt. Nun spricht Groenewold erstmals öffentlich über die Affäre.

Im Fokus der Staatsanwälte in der Affäre Wulff: Filmproduzent David Groenewold.

Im Fokus der Staatsanwälte in der Affäre Wulff: Filmproduzent David Groenewold.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Schlüsselfigur in der Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff, der Filmproduzent David Groenewold, hat sich erstmals öffentlich geäußert. Es stimme ihn traurig, wie leicht enge Freundschaften je nach Stellung unberechtigt den Anstrich der Korruption zugeschrieben bekommen.

Gegen Groenewold und Wulff ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover seit Februar. Beide stehen im Verdacht der Vorteilsnahme und -gewährung bei mehreren Urlauben der Familie Wulff. Hintergrund sind unter anderem Vorwürfe, Groenewold habe Hotelrechnungen für den damaligen Ministerpräsidenten auf Sylt und in München bezahlt. Die Staatsanwaltschaft bezweifelt, dass Wulff dem Filmmanager später die Rechnung bar erstattet hat. Das Land Niedersachsen hatte für Filmprojekte von Groenewold millionenschwere Bürgschaften genehmigt.

Groenewold: Wir haben nicht nachdenken müssen        

Im vorab veröffentlichten Interview im "Stern" sagt Groenewold: "Wir haben im freundschaftlichen Miteinander über diese Dinge damals einfach nicht nachdenken müssen. Weil es nicht zu dem passte, was wir füreinander empfanden." Was er und Wulff in der Zeit rund um den Rücktritt des damaligen Bundespräsidenten erlebt hätten, hätte jedem in Deutschland passieren können.

Wann die Staatsanwaltschaft Hannover die Ermittlungen abgeschlossen haben wird, ist noch unklar. Bisher haben die Ermittler mehr als 100 Zeugen vernommen.

Quelle: n-tv.de, rfe/dpa