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Samstag, 29. September 2018

RTL/n-tv Trendbarometer: Grüne lösen SPD als zweitstärkste Partei ab

Der Koalitionskrach im Fall Maaßen hat die Regierungsparteien reichlich Sympathien gekostet - und davon profitiert nicht nur die AfD. Erstmals seit dem Reaktorunglück in Fukushima vor sieben Jahren setzen sich die Grünen in der Wählergunst wieder vor die SPD.

Die Causa Hans-Georg Maaßen ist geklärt, der Streit zwischen CDU, CSU und SPD um die Versetzung des umstrittenen Verfassungsschutzchefs vorerst beigelegt. Doch bei den Wählern hält sich der Unmut über den wochenlangen Koalitionskrach. Im aktuellen RTL/n-tv Trendbarometer kann sich die Union im Vergleich zur Vorwoche nicht verbessern. Sie kommt unverändert auf 28 Prozent. Noch einmal zulegen können hingegen die Grünen, die sich auf 17 Prozent verbessern - und damit die SPD als zweitstärkste Partei (16 Prozent) ablösen. Seit dem Reaktorunglück in Fukushima im Sommer 2011 ist es das erste Mal, dass sich wieder mehr Wähler für die Grünen als für die Sozialdemokraten entscheiden würden. Letztere haben sich innerhalb einer Woche noch einmal um einen Prozentpunkt verschlechert.

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Die AfD kommt laut Umfrage weiterhin auf 15 Prozent der Stimmen. Die Linke und die FDP stagnieren bei zehn beziehungsweise neun Prozent. Kaum bemerkbar macht sich in der Wählerstimmung die Abwahl des Unionsfraktionschefs Volker Kauder Anfang der Woche, die auch als Zeichen der neuerlichen Schwächung von Kanzlerin Angela Merkel gewertet wurde. Nur sieben Prozent der Befragten werteten die Diskussion um die Personalie und das kolportierte baldige Ende der Kanzlerschaft Merkels als wichtiges Thema. Nicht nur der Streit um Maaßen (19 Prozent), auch die Rodung des Hambacher Forstes (14 Prozent) beschäftigten die Wähler demnach mehr als der Wechsel an der Fraktionsspitze von CSU und CDU.

Dennoch machen sich die Querelen in der Großen Koalition bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz vor allem für CDU-Chefin Angela Merkel bemerkbar. Während die Werte für SPD-Chefin Andrea Nahles (13 Prozent) und SPD-Vizekanzler Olaf Scholz (21 Prozent) im Vergleich zur Vorwoche gleich bleiben, verliert die Kanzlerin in beiden Szenarien - Merkel versus Nahles oder Merkel versus Scholz - jeweils einen Prozentpunkt und kommt nur noch auf 43 beziehungsweise 37 Prozent. Besonders bezeichnend: Müssten sich die Anhänger der SPD zwischen Merkel und Nahles entscheiden, fiele die Wahl von 34 Prozent der Befragten auf Merkel. Nahles genießt hingegen nur den Rückhalt von 32 Prozent der SPD-Wähler. Für Olaf Scholz würden sich immerhin 54 Prozent der SPD-Anhänger entscheiden - im Vergleich zu 23 Prozent, die Merkel bevorzugen.

Nahles kann Wähler nicht binden

In der vom Forsa-Institut durchgeführten Umfrage zeigt sich, dass es Merkel trotz des Dauerstreits mit den Koalitionspartnern immer noch am ehesten versteht, Wähler zu binden. Zwar würden derzeit nur 19 Prozent der Befragten unabhängig vom Parteipersonal ihr Kreuzchen bei der Union machen, allerdings präferieren weiterhin 43 Prozent der Wähler Angela Merkel als Kanzlerin. Die Union profitiert also noch immer deutlich vom "Kanzlerinnen-Effekt". In Bayern, wo am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt wird, ist die Zustimmung für die CDU-Chefin sogar noch höher - und zwar bei aktuell 45 Prozent. Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei Andrea Nahles. Ihr Zustimmungswert ist mit 13 Prozent kaum höher als der ihrer Partei (11 Prozent). Anders als Merkel hat es die SPD-Vorsitzende bisher nicht geschafft, auch Wahlberechtigte zu binden, die eigentlich eine andere Partei bevorzugen würden.

Wie groß die Unzufriedenheit mit den Regierungsparteien ist, zeigt neben der Tatsache, dass eine Große Koalition mittlerweile keine Mehrheit mehr hätte, auch das Vertrauen der Wähler in die Kompetenz von CDU, CSU und SPD. Dachten im Januar 2018 noch 35 Prozent der Befragten, Schwarz-Rot würde mit den Problemen in Deutschland am besten fertig, ist davon aktuell nicht einmal mehr jeder Vierte überzeugt. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Befragten finden hingegen, dass keine Partei mehr in der Lage ist, die aktuellen Probleme in der Bundesrepublik zu lösen. 

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Quelle: n-tv.de