Politik

RTL/ntv Trendbarometer Grüne verlieren, SPD kommt nicht voran

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Annalena Baerbock und Robert Habeck müssen sich immer öfter fragen lassen, wer denn nun als Kanzlerkandidat der Grünen antreten wird.

(Foto: dpa)

Auch dreieinhalb Wochen nach der Nominierung von Olaf Scholz zum SPD-Kanzlerkandidaten bleibt die Partei im Umfragetief. Aufbruch sieht anders aus. Aber die Sozialdemokraten sind nicht die einzigen, die um Wählerstimmen bangen müssen. Bei den Grünen geht der Trend sogar wieder leicht abwärts.

Die politische Stimmung im Land bleibt weiter stabil. Laut dem RTL/ntv Trendbarometer verzeichnen die Bundestagsparteien in der Sonntagsfrage nahezu unveränderte Zustimmungswerte. Lediglich bei den Linken gibt es einen moderaten Zuwachs, bei den Grünen zeichnet sich hingegen wieder ein leichter Abwärtstrend ab. Kam die Partei vor vier Wochen noch auf 20 Prozent, büßte sie inzwischen zwei Prozentpunkte ein und liegt nun bei 18 Prozent.

CDU/CSU kommen nach wie vor auf 36 Prozent, die SPD liegt bei 16 Prozent, die AfD bei neun Prozent. Die Linke kann sich um zwei Punkte auf neun Prozent verbessern - eine Verbesserung, die womöglich auf den bevorstehenden Führungswechsel in der Partei zurückzuführen ist. Die Liberalen stagnieren indes weiter bei fünf Prozent. Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, müsste die Partei unter der Führung von Christian Lindner um den Wiedereinzug ins Parlament fürchten.

Das selbstgesteckte Ziel der Sozialdemokraten, die Union bei der nächsten Wahl als stärkste Kraft abzulösen, bleibt recht ehrgeizig. Um die nächste Bundesregierung anzuführen und mit Olaf Scholz den Kanzler zu stellen, müssten sie in der Wählergunst deutlich zulegen. Im Moment trennen sie von der CDU/CSU stolze 20 Prozentpunkte - so viel wie nie zuvor ein Jahr vor der Bundestagswahl.

Einer Aufstellung des Forsa-Instituts zufolge gelang es der SPD lediglich im Jahr 2005, die eigenen Zustimmungswerte innerhalb eines Jahres vor der Wahl deutlich zu verbessern. Damals schaffte sie den Sprung von 27 im Frühherbst 2004 auf 34,2 Prozent bei der Bundestagswahl - ein Plus von 7,2 Punkten. SPD-Kanzlerkandidat war damals Gerhard Schröder.

Söder in K-Frage weiter vorn

Die Frage ist, ob Olaf Scholz als Kanzlerkandidat ein ähnliches Kunststück gelingt. Die Ergebnisse in der Kanzlerfrage sind allerdings einigermaßen eindeutig: Wenn die Deutschen ihren Bundeskanzler direkt wählen könnten, läge CSU-Chef Markus Söder derzeit mit einem Vorsprung von 20 Prozentpunkten deutlich vorne: 37 Prozent würden sich für Söder und nur jeweils 17 Prozent für Scholz oder Robert Habeck von den Grünen entscheiden. 29 Prozent würden für keinen der drei votieren.

Hinzu kommt, dass viele Wähler der SPD trotz ihrer Regierungsbeteiligung nach wie vor nicht zutrauen, die Probleme des Landes lösen zu können. Nur sieben Prozent der Befragten halten die Sozialdemokraten für die kompetenteste Partei, um das Land zu führen. Dagegen geben 45 Prozent der Befragten an, dies den beiden Unionsparteien zuzutrauen - eine Differenz von immerhin 38 Punkten. So weit auseinander ging das Vertrauen der Wähler für die beiden großen Volksparteien seit 2012 nicht. Für Scholz bleibt also viel zu tun.

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Quelle: ntv.de, jug