Politik

Grünen-Chefin im "ntv Frühstart" Lang: "Laufzeitverlängerung wird es mit uns nicht geben"

Im Zuge der Energiekrise diskutiert die Ampelkoalition auch über die verbliebenden Atomkraftwerke. Einen Wiedereinstieg in die Kernenergie lehnten die Grünen ab, sagt Parteichefin Lang im "Frühstart" bei ntv. Kritik äußert sie vor allem am bayerischen Ministerpräsidenten Söder.

Die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hält eine Laufzeitverlängerung der verbliebenden drei Atomkraftwerke in Deutschland für unlogisch. "Die Fakten sprechen gegen die Atomkraft", sagte Lang im "Frühstart" von ntv. Sie argumentierte, dass die Atomkraft den Gasmangel in Deutschland nicht auffangen könnte. Derzeit überträfen sich die Befürworter einer Laufzeitverlängerung aus Union und FDP mit Forderungen. "Es wird so getan, als würden sich damit die Probleme im Herbst und Winter lösen lassen", sagte Lang. "Das ist unverantwortlich."

Die Grünen-Vorsitzende wies darauf hin, dass Maßnahmen wie Energiesparen und der Ausbau der erneuerbaren Energien, die einzig richtigen Schritte seien, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Diese Maßnahmen seien den Atom-Befürwortern aber zu anstrengend, sagte Lang. "Die Debatte zeigt deutlich, dass es vielen gar nicht um die Versorgungssicherheit im Winter geht, sondern sie einen Wiedereinstieg in die Atomkraft vornehmen wollen." Diesen Schritt würden die Grünen jedoch definitiv nicht mitgehen, betonte die Parteichefin. "Eine solche Laufzeitverlängerung wird es mit uns nicht geben."

Mit Blick auf ihre Erwartungshaltung gegenüber dem grünen Wirtschaftsminister sagte Lang: "Ich erwarte von Robert Habeck, dass er das tut, was er die ganze Zeit getan hat: und zwar vorzusorgen, zu prüfen und dann anhand der Faktenlage zu entscheiden." Was er aber nicht tun werde, "ist sich von einem wahlkämpfenden Markus Söder treiben zu lassen".

Zwei Stresstests hätten bereits bewiesen, dass die Stromlage über den Winter gesichert sei, sagte Lang. Der erneute Stresstest müsse nur aufgrund der CSU durchgeführt werden, da Markus Söder es in Bayern nicht geschafft habe, die Stromnetze auszubauen. Darüber hinaus habe er den dortigen Ausbau der erneuerbaren Energien blockiert, erklärte die Grünen-Chefin. In Richtung des bayerischen Ministerpräsidenten sagte sie: "Ich erwarte von ihm, dass er keine Scheindebatten mehr führt, sondern dass auch ein Markus Söder endlich ein Teil der Lösung wird."

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 28. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, dhe

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