Politik

"Aufgeschobene Todesstrafe" Gu erhält wohl Lebenslang

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Gu auf einem Videobild vom 9. August.

(Foto: Reuters)

Für viele Jahre wird Gu Kailai im Gefängnis sitzen, doch die Todesstrafe bleibt ihr erspart. Damit geht einer der aufsehenderregendsten Prozesse in China zu Ende. Die einst prominente Anwältin hat den Mord an einem britischen Geschäftsmann gestanden, doch in dem Fall dürften auch Machtkämpfe in der Kommunistischen Partei eine Rolle spielen.

Ein chinesisches Gericht hat die Ehefrau des entmachteten chinesischen Spitzenpolitikers Bo Xilai, Gu Kailai, wegen Mordes verurteilt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Anwalt der Frau. Das Gericht habe die Todesstrafe verhängt, diese sei aber in eine Gefängnisstrafe umgewandelt worden, sagte He Zhengsheng vor dem Gerichtssaal.

Die Todesstrafe wird mit einer zweijährigen Gnadenfrist belegt. Sollte Gu sich in diesem Zeitraum keiner weiteren Straftaten schuldig machen, bedeutet das Urteil für sie wahrscheinlich eine lebenslange Gefängnishaft, berichtete ein Augenzeuge des Verfahrens. Ein mitangeklagter Hausangestellter wurde wegen Beihilfe zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Beide hatten Geständnisse abgelegt.

Spektakulärer Giftmord

In Chinas spektakulärstem Gerichtsprozess der vergangenen Jahrzehnte geht es um den Giftmord an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood. Die einst prominente Anwältin Gu Kailai hat die Tat gestanden, die Motive sind aber im Dunkeln. Es soll um einen Geldstreit und Drohungen des Briten gegen Gus Sohn gegangen sein.

Heywood war im November 2011 in einem Luxushotel der zentralchinesischen Stadt Chongqing tot aufgefunden worden. Bo war damals Chef der Kommunistischen Partei in Chongqing und galt als aussichtsreicher Kandidat für einen Posten im ständigen Ausschuss des Politbüros.

Bereits vor der Mordanklage gegen seine Frau war Bo wegen Korruptionsverdachts als Parteichef der 30-Millionen-Metropole Chongqing abgesetzt worden. Danach verlor er auch seinen Sitz im mächtigen Politbüro. Bos Sturz war ein schwerer Schlag für die "neue Linke" in der Kommunistischen Partei.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts