Politik

Treffen der PDS-Realos Gysi erwägt neue Linkspartei

Führende PDS-Politiker um Gregor Gysi erwägen offenbar den Austritt aus der Partei und die Gründung einer neuen Linkspartei. Das jedenfalls schreibt die "Berliner Zeitung". Gysi bestätigte gegenüber n-tv.de, dass am Mittwochabend bei einem Strategietreffen von PDS-Reformern über Konsequenzen aus dem Geraer Parteitag der PDS am vergangenen Wochenende beraten werden soll.

Gysi dementierte weder Austritts- noch Parteigründungspläne. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Gysi, er halte eine neue Partei "eher für einen unrealistischen Ansatz".

An dem Treffen sollen neben Gysi auch der ehemalige Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, Brandenburgs PDS-Fraktionschef Lothar Bisky, der Europaabgeordnete Andr Brie und der brandenburgische Abgeordnete Heinz Vietze teilnehmen.

Bartsch sagte, das Treffen werde kein "Gründungskongress für eine neue Partei". Bisky nannte die Spekulationen über die Gründung einer neuen Partei "außerordentlich unwahrscheinlich". Brie sagte, das Ergebnis des Treffens sei "offen". Eine Neugründung sei nur eine Option.

Man wolle auch darüber reden, ob es innerhalb der PDS noch Chancen auf eine Korrektur des politischen Kurses von Gabriele Zimmer gebe. Er persönlich glaube allerdings, dass es "sehr schwer" werde, in dem neu gewählten Vorstand Verbündete für eine "moderne, linke Politik" zu finden, so Brie.

In einer persönlichen Stellungnahme hatte Gysi der Parteivorsitzenden Gabi Zimmer vorgeworfen, sie führe die PDS in die politische Bedeutungslosigkeit. Er kritisierte die "selbst gewählte Isolierung" der PDS. Politikangebote habe es auf dem jüngsten Parteitag in Gera kaum gegeben, die Delegierten hätten nur noch sich stattdessen mehrheitlich für "verschwommene Visionen" und gegen Pragmatismus entschieden.

Quelle: ntv.de