Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Habeck in Umfrage vor Baerbock

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Die meisten Deutschen und die meisten Grünen-Anhänger halten Habeck für den geeigneteren Kanzlerkandidaten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Wahl zwischen Schwarz-Grün und Rot-Rot-Grün spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für die Koalition von Union und Grünen aus. Bei den Anhängern der Grünen ist es allerdings umgekehrt.

Sollten die Grünen weiterhin so gute - oder gar bessere - Umfragewerte erhalten wie die SPD, müssten wohl auch sie einen Kanzlerkandidaten beziehungsweise eine Kanzlerkandidatin aufstellen. Sie müssten sich dann voraussichtlich zwischen den beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck entscheiden.

Das soll erst im nächsten Jahr passieren, "rechtzeitig vor dem Wahlkampf", wie Baerbock sagte. Geht es nach den aktuellen Umfragen, wird Habeck den Job übernehmen. 36 Prozent der Bundesbürger halten ihn für geeigneter, ergab das Trendbarometer von RTL und ntv. 17 Prozent nennen auf die entsprechende Frage Baerbock. 47 Prozent haben keine Meinung - offenbar ist der Gedanke an einen grünen Kanzlerkandidaten beziehungsweise eine grüne Kanzlerkandidatin vielen noch nicht so recht vorstellbar.

Habeck hat dabei in allen Gruppen die Nase vorn: bei Ost- und Westdeutschen sowie in allen Altersgruppen. Von den Anhängern der Grünen sagen 51 Prozent, Habeck sei als Kanzlerkandidat besser geeignet. Von Baerbock sagen dies 24 Prozent. Für Baerbock sprechen sich in dieser Gruppe 31 Prozent der Männer und nur 19 Prozent der Frauen aus.

Können die Grünen stärkste Partei werden?

Die Frage, ob die Grünen stärkste Partei werden können, beantworten 67 Prozent mit einem Nein. 28 Prozent können sich das vorstellen, 5 Prozent wollen sich nicht festlegen. Habeck hatte Mitte August gesagt, seine Partei kämpfe darum, die Union als stärkste Kraft zu schlagen. Bei den Anhängern der Grünen hält das eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für möglich. 46 Prozent glauben das nicht. Dabei halten Grünen-nahe Männer das mit 62 Prozent eher für möglich als die Grünen-Anhängerinnen mit 42 Prozent.

Mehrheit für Schwarz-Grün - aber nicht unter den Grünen-Anhängern

Nach derzeitigem Stand hätten die Grünen zwei Koalitionsoptionen: Sie könnten mit CDU und CSU oder mit SPD und Linken eine Regierung bilden. 48 Prozent aller Wahlberechtigten meinen, die Grünen sollten - sofern das rechnerisch möglich wäre - mit der Union die nächste Bundesregierung bilden. 37 Prozent würden eine rot-rot-grüne Koalition vorziehen. 15 Prozent haben keine Meinung.

Von den Anhängern der Grünen plädieren 57 Prozent für eine rot-rot-grüne Koalition, während 39 Prozent eine Koalition mit der Union vorziehen würden. Von den Anhängerinnen der Grünen sprechen sich 46 Prozent, von den Anhängern jedoch nur 30 Prozent für eine Koalition mit der Union aus. Die Präferenz für ein rot-rot-grünes Bündnis ist bei den Anhängern der SPD und vor allem der Linken größer als bei den Anhängern der Grünen.

Grüner Kanzler gut für Deutschland?

Falls die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl mehr Stimmen als die SPD erhalten sollten und es zu einem Bündnis der Grünen mit SPD und Linken käme, würden die Grünen den Kanzler stellen - auch wenn die Union die stärkste politische Kraft in Deutschland bliebe. Das wäre nach Meinung von 29 Prozent aller Wahlberechtigten gut, nach Meinung von 38 Prozent schlecht für Deutschland. 23 Prozent meinen, das hätte keine besonders positiven oder negativen Folgen für Deutschland.

Unter den Anhängern der Grünen fänden 67 Prozent eine grüne Kanzlerin oder einen grünen Kanzler gut. Nur 1 Prozent glaubt, diese wäre schlecht für Deutschland. Dass ein grüner Kanzler beziehungsweise eine grüne Kanzlerin für Deutschland gut wäre, meinen ansonsten mehrheitlich nur die 18- bis 29-Jährigen.

Bei der Sonntagsfrage verändert sich nichts

Die politische Stimmung in Deutschland hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Die Union bleibt mit 36 Prozent klar stärkste politische Kraft in Deutschland und liegt 17 Prozentpunkte vor den Grünen, die mit 19 Prozent zweitstärkste Partei vor der SPD mit 16 Prozent bleiben. Auf die FDP entfallen weiterhin 5 Prozent, die AfD liegt bei 9 Prozent, die Linken bei 7 Prozent.

*Datenschutz

Die Hoffnung der Grünen, bei der kommenden Bundestagswahl stärkste Partei zu werden, ist aus heutiger Sicht wenig realistisch - vor allem, weil die Grünen noch keine Volkspartei geworden sind. Sie sind nach wie vor eine Partei, die in der alten Bundesrepublik verankert ist: 92 Prozent ihrer Anhänger wohnen im Westen der Republik, nur 8 Prozent im Osten. Und sie sind eine Partei mit deutlich mehr Anhängerinnen als Anhängern (56 Prozent der Grünen-Sympathisant*innen sind Frauen, 44 Prozent Männer).

Wenig Änderung bei der K-Frage

Bei der Kanzlerpräferenz gibt es im Vergleich zur Vorwoche kaum Änderungen: Könnten die Wahlberechtigten in der Bundesrepublik ihren Kanzler direkt wählen und hätten die Auswahl zwischen Markus Söder, Olaf Scholz und Robert Habeck, dann würden sich 37 Prozent für Markus Söder und jeweils 17 Prozent für Robert Habeck und Olaf Scholz entscheiden. Habeck verliert zwei Prozentpunkte, während Scholz einen Prozentpunkt gewinnt, mit 17 Prozent aber weiterhin klar (- 20 Prozentpunkte) hinter Söder liegt.

Quelle: ntv.de, hvo