Politik

RTL/ntv-Trendbarometer FDP sackt wieder auf fünf Prozent ab

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Erst Thüringen, dann Corona: Lindners FDP tut sich schwer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die vergangene Woche bringt kaum Bewegung in die Sonntagsfrage. FDP und Grüne verlieren einen Prozentpunkt, was den Liberalen Sorge bereiten muss. Die stagnierenden Werte bei Union und SPD dürften wiederum die Stimmung der Scholz-Truppe trüben.

Die Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz ist in der dritten Augustwoche schon ein alter Hut und die Corona-Datenpanne in Bayern fällt wohl nicht so sehr auf Ministerpräsident Markus Söder zurück: Die Zustimmungwerte für CDU und CSU sind daher im Trendbarometer von RTL und ntv in der 34. Kalenderwoche genauso stabil wie die der SPD. Das Umfrageinstitut Forsa ermittelte, dass 36 Prozent der Befragten die Unionsparteien wählen würden, wäre heute Bundestagswahl. Wie in der Vorwoche würden sich 16 Prozent für die SPD entscheiden, die nach der Bekanntgabe der Scholz-Kandidatur ein Sprüngchen um zwei Prozentpunkte nach oben gemacht hatte.

Damit liegen die Sozialdemokraten weiter nur auf dem dritten Platz; vor ihnen die Grünen mit 19 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als noch in der vergangenen Woche, im Vergleich zu den schwachen Zustimmungswerten seit Beginn der Corona-Krise aber immer noch gut. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hatte zuletzt Kritik einstecken müssen für seine wenig informiert wirkenden Aussagen zur Finanzaufsicht Bafin. Bleibt für die Grünen zu hoffen, dass seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock es im viel beachteten ARD-Sommerinterview am morgigen Sonntag wieder herausreißt.

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An vierter Stelle rangiert mit 9 Prozent die AfD. Auf diesen Wert, stets zwischen 8 und 10 Prozent, wirkt die Partei schon seit Februar festgelegt. Ein Gerichtsentscheid hat am Freitag zumindest den Streit um den Ex-Landesvorsitzenden Brandenburgs, Andreas Kalbitz, vorerst beendet. Abzuwarten, ob die AfD künftig weniger mit sich selbst befasst ist.

FDP wackelt, Lindner verliert

An fünfter Stelle rangiert weiterhin die Linke, die sich mit sieben Prozentpunkten zumindest etwas aus dem Sechs-Prozent-Tief der vergangenen Woche herausrobbt. Dagegen hat sich die FDP nach zuletzt stabilen 6-Prozent-Zustimmung mit einem Prozentpunkt weniger wieder der gefährlichen 5-Prozent-Marke angenähert, bei der sie um einen Wiedereinzug in den Bundestag bangen müsste.

Die FDP hatte in den vergangenen Tagen Schlagzeilen gemacht mit der vorzeitigen Ablösung der Generalsekretärin Linda Teuteberg durch den rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Volker Wissing. Der Wechsel war vom Parteivorsitzenden Christian Lindner herbeigeführt worden.

Lindner entpuppte sich am Freitag im Forsa-Politikerranking als größter Verlierer der vergangenen Monate. Im Vertrauensranking sackte er auf die hinteren Plätze ab, auf das Niveau der relativ unbekannten und vergleichsweise neuen SPD-Chefs Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Weitere Verlierer, wenn auch nicht ganz so heftig, waren NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der CDU-Politiker Friedrich Merz, die beide CDU-Vorsitzende werden wollen. Kräftig zulegen konnten dagegen Söder, Jens Spahn, Angela Merkel und ein wenig Olaf Scholz.

Söder im Hoch

In der im Trendbarometer gestellten Frage nach der Kanzlerpräferenz schnitt Söder ebenfalls stark ab. In der Annahme, dass neben Scholz Söder und Habeck für den Posten des Regierungschefs kandidieren, wurden die drei Männer verglichen. 37 Prozent der Befragten sprachen sich für Söder aus, nur ein Prozentpunkt weniger als in der Woche vor der Corona-Datenpanne. 19 Prozent hätten lieber Habeck als Bundeskanzler. Scholz wollten, wie in der Vorwoche, 16 Prozent als Kanzler sehen.

Zumindest ein Mobilisierungseffekt durch den für SPD-Verhältnisse recht beliebten Scholz lässt sich momentan nicht absehen, während sich die CDU immer ernsthafter mit der Möglichkeit eines Kanzlerkandidaten der Schwesterpartei CSU auseinandersetzen muss.

Quelle: ntv.de