Politik

Christmette unter Besatzung Hamas-Aktivist erschossen

Mehrere hundert Christen haben in der Geburtskirche Jesu in Bethlehem die Mitternachtsmette gefeiert. Der lateinische Patriarch Michel Sabbah rief in seiner Predigt Israelis und Palästinenser dazu auf, ihre Führungen auszuwechseln.

Israelis und Palästinenser sollten neue Führungen wählen, die dem Frieden und der Sicherheit der Menschen in der Region verpflichtet seien, sagte der höchste katholische Würdenträger im Heiligen Land.

Soldaten erschießen Hamas-Aktivisten

Am Mittwochmorgen erschossen israelische Soldaten in Nablus im Westjordanland einen gesuchten Aktivisten der radikal-islamischen Hamas. Ibrahim Abu Hawasch sei getötet worden, als Armeeangehörige sein Versteck gestürmt hätten, hieß es übereinstimmend von palästinensischer und israelischer Seite.

Nach israelischen Angaben erwiderten die Soldaten das Feuer, nachdem Hawasch und ein Komplize sie angegriffen hatten. In seinem Versteck seien zahlreiche Waffen gefunden worden.

Christmette unter Besatzung

Es ist das erste Mal seit 1994, dass Bethlehem während der Weihnachtsfeiertage von israelischen Truppen besetzt ist. Aus Protest hat die Stadtverwaltung beschlossen, den Weihnachtsbaum auf dem Krippenplatz gegenüber der Geburtskirche nicht zu schmücken. Etwa die Hälfte der rund 27.000 Einwohner von Bethlehem sind Christen.

Die israelischen Truppen hatten sich aus dem Stadtzentrum zurückgezogen, um die Feierlichkeiten in der Geburtsstadt Jesu zu ermöglichen. Nach palästinensischen Angaben besetzten Soldaten aber mehrere Gebäude am Rande der Stadt und beobachteten von dort aus die Geburtskirche am Krippenplatz.

Palästinensische Polizisten in Zivil sorgten für Ruhe und Ordnung in dem Gebiet um die Geburtskirche. Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen, hieß es in der Nacht zum Mittwoch.

Wie im vergangenen Jahr durfte der palästinensische Präsident Jassir Arafat nicht an der Christmette in der Geburtsstadt Jesu Christi teilnehmen. Das französische Außenministerium bezeichnete dies als "schikanöse und überflüssige Maßnahme", die mit Sicherheitsbedenken nicht gerechtfertigt werden könne.

Quelle: ntv.de