Politik

Militäraktion gescheitert Hamas-Führer überlebt

Israel hat mit seinem Angriff auf den führenden Hamas-Aktivisten Mohammed Deif offenbar sein Ziel verfehlt. Deif, der als oberster Bombenbauer der Hamas gilt, habe die Militäraktion vom Donnerstag überlebt, sagte der israelische Wissenschaftsminister Matan Vilnai am Freitag und bestätigte damit entsprechende Angaben der Hamas.

Bei dem Raketenangriff auf Deifs Wagen in Gaza waren zwei seiner Leibwächter getötet und 35 Passanten verletzt worden. UN-Generalsekretär Kofi Annan kritisierte die Offensive scharf. Das Völkerrecht verpflichte Israel, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen, erklärte Annan. Er forderte die israelische Regierung auf, solche Militäraktionen einzustellen. Unter den Verletzten waren auch 15 Kinder. Die Hamas kündigte Rache für den Angriff an.

Minister Vilnai sagte im israelischen Rundfunk, Deif sei verletzt worden. Es handle sich aber nicht um eine Verletzung, "von der er sich nicht erholen wird ". Die israelischen Streitkräfte hatten zunächst erklärt, Deif sei offenbar getötet worden. Die israelische Regierung macht den Hamas-Aktivisten, der seit Jahren im Untergrund lebt, für Dutzende Bombenanschläge in Israel verantwortlich.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon verteidigte unterdessen erneut die seit einer Woche andauernde Festsetzung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat. Zugleich zeigte er sich in einem Interview der "Jerusalem Post" überzeugt, dass die wiederholten Offensiven in den Autonomiegebieten der richtige Weg seien. Sie erfolgten, "nicht weil wir dort präsent sein wollen, sondern um den Terror abzuwehren", erklärte Scharon.

In mehreren arabischen Ländern erinnerten Demonstranten am Freitag an den Ausbruch der so genannten zweiten palästinensischen Intifada vor zwei Jahren.

Quelle: ntv.de