Politik

Explosion mit sieben Toten in Bulgarien Hisbollah verübte den Anschlag

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Bei dem Anschlag am 18. Juli 2012 kamen neben dem Attentäter fünf Israelis und der bulgarische Busfahrer ums Leben.

(Foto: REUTERS)

Den Anschlag auf einen Bus mit Israelis in Bulgarien hat wohl die Hisbollah veranlasst. Die bulgarischen Behörden haben die Attentäter mittlerweile identifiziert. Israel fordert nun die EU auf, die Hisbollah als Terrororganisation einzustufen.

Hinter dem blutigen Anschlag auf eine israelische Reisegruppe in Bulgarien steht nach vorläufigen Ermittlungen die Hisbollah. Es gebe eine "begründete Annahme", dass zwei der Attentäter dem militärischen Flügel der Hisbollah angehörten und durch diese finanziert wurden, sagte Innenminister Zwetan Zwetanow. Israel sprach von einer weltweiten Terrorkampagne der Hisbollah und Teherans.

Ein Selbstmordattentäter hatte am 18. Juli 2012 einen Reisebus mit israelischen Touristen am Flughafen von Burgas in die Luft gesprengt. Dabei wurden fünf Israelis, der bulgarische Fahrer sowie der Attentäter getötet.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhob schwere Anschuldigungen gegen die Hisbollah und den Iran. "Hisbollah und ihre iranischen Auftraggeber organisieren eine weltweite Terrorkampagne, die sich auf Länder und Kontinente erstreckt", schrieb er auf Twitter. Israel will, dass die Europäische Union die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen setzt: "Wir hoffen, dass die Europäer nun die notwendigen Konsequenzen hinsichtlich des wahren Charakters der Hisbollah ziehen", schrieb Netanjahu.

EU soll Maßnahmen gegen Hisbollah ergreifen

Die USA riefen unterdessen die Europäer auf, entschlossener gegen die Organisation vorzugehen. Die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft sollten "pro-aktive Aktionen" unternehmen, um Infrastruktur sowie finanzielle und andere Netzwerke der Hisbollah aufzudecken, "um künftige Angriffe zu verhindern", sagte Sicherheitsberater John Brennan.

Die EU-Staaten würden die Erkenntnisse der bulgarischen Ermittlung sehr bald erörtern, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Diese Ergebnisse sind wichtig für Brüssel, weil die USA und Israel die Europäische Union seit Jahren überzeugen möchten, dass die Hisbollah endlich auch von der Union als Terrororganisation eingestuft werde.

Gefährdung durch frühe Veröffentlichung?

Israel hatte schon kurz nach der Explosion dem Iran und der mit ihm verbündeten radikal-islamischen Hisbollah vorgeworfen, hinter dem Attentat zu stehen. Das südosteuropäische EU-Land Bulgarien wollte dagegen abwarten, bis es Beweise für Hisbollahs Verwicklung hat, um seine Sicherheit nicht zu gefährden. "Dies ist nicht unser Krieg", hatte Regierungschef Boiko Borissow in Anspielung auf den Nahostkonflikt vor voreiligen Vorwürfen gewarnt.

Die beiden mutmaßlichen Attentäter hätten gefälschte Führerscheine aus dem US-Bundesstaat Michigan bei sich gehabt, die im Libanon angefertigt worden seien. Bulgariens Innenminister sagte weiter, dass die Männer zwischen 2006 und 2010 im Libanon gelebt hätten. Einer soll einen australischen und der andere einen kanadischen Pass gehabt haben. Die bulgarischen Ermittler hätten inzwischen auch einen dritten Beteiligten identifiziert.

Die Ermittlung sei noch nicht abgeschlossen, sagte Staatspräsident Rossen Plewneliew nach der Sitzung des Rates für nationale Sicherheit in Sofia. Sozialisten-Chef und Ex-Ministerpräsident Sergej Stanischew kritisierte die Bekanntgabe von vorläufigen Ergebnissen der Ermittlung. "Dies ist absolut unbegründet mit Blick auf die nationale Sicherheit", sagte er. Stanischew, der auch die Partei der Europäischen Sozialdemokraten leitet, sprach von "Risiken für die Menschen in Bulgarien".

Quelle: n-tv.de, dpa

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