Politik

Streit um Mistral-Kriegsschiffe Hollande und Putin einigen sich

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Ein Hubschrauberträger der Mistral-Klasse.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Langem streiten sich Frankreich und Russland um zwei Kriegsschiffe, die Paris wegen der Ukraine-Krise nicht auslieferte. Nun bestätigt Frankreichs Präsident Hollande: Der Streit ist gelöst.

Im Streit um eine Lieferung von Mistral-Kriegsschiffen haben Frankreich und Russland eine Einigung erzielt. Das bestätigte die französische Präsidentschaft nach einem Telefonat von Frankreichs Staatschef François Hollande mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Demnach zahlt Frankreich Russland alle geleisteten Vorauszahlungen zurück. Im Gegenzug darf es frei über die beiden von Moskau bestellten Kriegsschiffe verfügen.

Holland hatte die Lieferung der Schiffe wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Frühjahr 2014 sowie wegen des Verdachts, dass Moskau die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Kämpfern und Waffen unterstützt, gestoppt.

Später machte er die Lieferung der Kriegsschiffe von der völligen Umsetzung der Waffenruhe in der Ostukraine abhängig. Im April spielte Präsident Wladimir Putin die Bedeutung der Schiffe herunter, beharrte aber darauf, dass Frankreich "alle Ausgaben" erstattet, die Russland entstanden. Dazu zählte Moskau die Kosten für die Ausbildung von 400 Matrosen auf einem der Schiffe sowie den Ausbau des Hafens von Wladiwostok.

Russland hatte die beiden Hubschrauberträger der Mistral-Klasse im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bestellt. Die Lieferung des ersten Schiffs "Wladiwostok" war im vergangenen Herbst vorgesehen, die "Sewastopol" sollte dieses Jahr folgen. Der Streit um die Bedingungen der Auflösung des Rüstungsvertrags belastet die Beziehungen seit Monaten.

Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Ihre Lieferung an Russland stieß bereits vor der Ukraine-Krise bei einigen osteuropäischen Ländern auf Vorbehalte.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP