Politik

Krawalle am UN-HauptquartierHollywoodstars bei Protesten gegen Netanjahu festgenommen

25.09.2026, 00:14 Uhr
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Die Schauspielerin Susan Sarandon und weitere Demonstranten werden vor der Rede des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu festgenommen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mit einer Sitzblockade protestieren in New York zahlreiche Menschen gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen. Unter den Demonstranten sind auch die Schauspielerinnen Sarandon und Einbinder. Die Polizei schreitet ein.

Dutzende Menschen haben während der Teilnahme von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an der UN-Generaldebatte in New York gegen sein Vorgehen im Gaza-Krieg demonstriert. Dabei seien auch mehrere Menschen in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Polizei NYPD. Darunter war auch die Schauspielerin Susan Sarandon. Aufnahmen zeigen, wie Polizisten der aus dem Film "Thelma und Louise" bekannten Schauspielerin Handschellen anlegten. Auf ihrem T-Shirt steht "Fund People, Not Bombs" (auf Deutsch etwa: Geld für Menschen, nicht für Bomben). Einem Medienbericht zufolge wurde auch die Schauspielerin Hannah Einbinder von der Kundgebung abgeführt, die von der israelkritischen Organisation "Jewish Voice for Peace" organisiert worden war.

Die NYPD wollte die Namen zunächst nicht bestätigen, die Managements der Schauspielerinnen äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht. Bei der Demo dabei war auch die Schauspielerin Cynthia Nixon - bekannt aus "Sex and the City". Sie sei aber nicht in Gewahrsam genommen worden, hieß es aus ihrem Umfeld. Medien hatten zuvor berichtet, sie sei abgeführt worden. 

Die Demonstranten hatten während eines Sitzstreiks Plakate hochgehalten, auf denen Slogans wie "Hört auf, Israel zu bewaffnen" oder "Stoppt den Genozid" zu lesen waren. Ein Sprecher der New Yorker Polizei sagte, mehrere Teilnehmer einer nicht angemeldeten Demonstration seien in Gewahrsam genommen worden, nachdem sie sich der Aufforderung widersetzt hätten, eine Straßenkreuzung zu räumen. Sarandon hatte sich bereits in der Vergangenheit an Protesten gegen den Gaza-Krieg beteiligt. Unlängst sagte sie, dass sie wegen ihrer Haltung Aufträge verliere. Die Gruppierung "Jewish Voice for Peace" versteht sich als jüdisch, linksgerichtet und antizionistisch. Sie wertet die Besetzung der palästinensischen Gebiete als israelische Apartheid und unterstützt Boykottaufrufe gegen Israel.

Proteste rund um das UN-Hauptquartier in Manhattan  

Zu Protesten kam es an verschiedenen Orten rund um das weiträumig abgesperrte UN-Hauptquartier im Osten Manhattans. An einer anderen Stelle in der Nähe des UN-Gebäudes versammelten sich bereits vor der Rede Netanjahus ein paar Dutzend propalästinensische Protestierende. Sie riefen etwa "Befreit Palästina" und die umstrittene Parole "From the river to the sea, Palestine will be free" (gemeint ist: vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer - Palästina wird frei sein). 

Mit großangelegten Demonstrationen war bereits vor dem Besuch Netanjahus gerechnet worden. Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hatte dazu aufgerufen. Netanjahu steht international vor allem wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen in der Kritik.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

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