Politik

Demonstration in Frankfurt IG Metall gegen Schwarz-Gelb

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Berthold Huber im Frankfurter Fußballstadion.

dpa

Die Gewerkschaften machen Front gegen eine schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl. "Das wäre die schlechteste aller Regierungskonstellationen für die nächsten vier Jahre", sagte der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, in Frankfurt bei der Hauptveranstaltung seiner Gewerkschaft im Bundestagswahlkampf.

Laut Polizei nahmen 30.000 Menschen an der Kundgebung im Frankfurter Fußballstadion teil. Sie stand unter dem Motto "Macht Politik für die Mehrheit der Menschen". Die IG Metall sprach von rund 45.000 Menschen.

Der DGB will nach Angaben seines Vorsitzenden Michael Sommer eine Koalition aus Union und FDP verhindern. "Schwarz-Gelb würde Deutschland schaden", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Wirtschaft, Union und FDP in einem Boot - das bedeutet soziale Kälte. Wer in der Krise massive Steuersenkungen verspricht, der will den Staat ausplündern und handlungsunfähig machen."

Bob Geldof auch dabei

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Bob Geldof kam nicht nur, er sang auch.

(Foto: dpa)

Huber kündigte in Frankfurt weitere Aktionstage an, auf denen die IG Metall für die Beteiligung an der Bundestagswahl werben will. Nach den Wahlergebnissen vom vergangenen Wochenende mit zum Teil schweren Verlusten für die Union dürfe sich nicht zu früh gefreut werden. Deutschland drohe ein weiterer Sozialabbau, die Folgen der Wirtschaftskrise seien noch längst nicht überwunden. Huber forderte einen "staatlichen Schutzschirm" gegen Massenarbeitslosigkeit. Erneut sprach er sich gegen ein Renteneintrittsalter vor 67 Jahren aus. "Das ist ein Irrweg, und dieser Irrweg muss nun beendet werden." Auf eine Wahlaussage für eine bestimmte Partei verzichtet die IG Metall im laufenden Wahlkampf.

Hubers Rede stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, bei der auch Rockstar Bob Geldof auftrat. Politiker kamen nicht zu Wort. Viele der Teilnehmer trugen einheitliche T-Shirts mit Aufschriften wie "Der Kapitalismus hat sich übernommen - Jetzt übernehmen wir!" - der Slogan der bundesweiten Jugendkampagne der IG Metall. Besonders viel Applaus erhielt Huber, als er sich gegen die Jugendarbeitslosigkeit aussprach. "Das ist ein Skandal. Die Aktion heute Morgen hat gezeigt, dass die Jugend für ihre Zukunft eintritt", sagte er.

Am Samstagvormittag vor der Veranstaltung im Stadion hatten laut Polizeiangaben etwa 6000 Jugendliche in der Frankfurter Innenstadt für bessere Zukunftschancen demonstriert. Dieses Thema werde zwar häufig in Sonntagsreden bemüht, spiele im Alltag der Politik aber kaum eine Rolle, sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, nach Gewerkschaftsangaben.

Quelle: n-tv.de, dpa