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Schwere Verluste in Syrien IS-Einheiten greifen Assad-Truppen an

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Syrische Soldaten an einem Kontrollpunkt bei Deir Essor.

REUTERS

Die Terrormiliz IS wehrt sich mit aller Macht gegen ihre drohende Niederlage. Im Osten Syriens soll sie viele syrische Soldaten getötet haben. Eine Bestätigung aus Damaskus gibt es nicht. Die irakischen Truppen setzen ihre Offensive fort.

Mindestens 73 Soldaten der syrischen Regierungstruppen sind Beobachtern zufolge bei Überraschungsangriffen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens getötet worden. Die Angriffe hätten sich am Donnerstag gegen eine Reihe von Straßensperren zwischen Deir Essor und Palmyra gerichtet, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die ersten Angriffe wären gegen Straßensperren in Al-Schola westlich von Deir Essor erfolgt, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, die ihre Angaben von einem Netzwerk von Informanten vor Ort bezieht. Für Medien sind diese Informationen meist kaum zu überprüfen. Anschließend attackierten die IS-Kämpfer demnach weitere Straßensperren entlang der Landstraße zur Wüstenstadt Suchna.

Die syrischen Staatsmedien meldeten IS-Angriffe auf die Landstraße zwischen Deir Essor und Palmyra, sprachen jedoch nicht von Toten auf Seiten der Truppen von Präsident Baschar al-Assad. Die Armee bemühe sich, die Straße zu sichern, hieß es. Die IS-Miliz erklärte, mehrere ihrer Kämpfer hätten bei den Angriffen dutzende Mitglieder der Regierungstruppen getötet.

Die Angriffe erfolgten am Tag der Veröffentlichung einer neuen Audiobotschaft durch das IS-Sprachrohr Al-Furkan, in der angeblich der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi seine Anhänger zu "Geduld" und "Widerstand" gegen ihre Feinde aufruft. Es wäre die erste Audiobotschaft von Al-Bagdadi seit November 2016, als er zur Verteidigung der irakischen Stadt Mossul aufrief.

Die US-Regierung kündigte an, die Echtheit der Aufnahme zu prüfen. Im Juli hatte die Beobachtungsstelle Al-Bagdadi für tot erklärt, doch äußerte die US-Regierung Zweifel. Al-Bagdadi trat nach der Eroberung von Mossul im Juni 2014 nur ein einziges Mal öffentlich auf, doch wurden seitdem sporadisch angebliche Audiobotschaften von ihm verbreitet, bei denen unklar blieb, ob tatsächlich die Stimme Al-Bagdadis zu hören war.

Massengrab bei Tal Afar entdeckt

Die IS-Miliz steht in Syrien und im Irak extrem unter Druck. Ihre Hochburg Mossul im Irak hat sie bereits verloren, der Fall ihrer syrischen Hochburg Rakka steht unmittelbar bevor. Mittlerweile startete die irakische Armee auch eine Offensive auf die Stadt Hawija, eine der letzten Bastionen der sunnitischen Extremistengruppe im Nordirak.

Nahe der Stadt Tal Afar westlich von Mossul entdeckte die irakische Armee ein Massengrab mit den Leichen von rund 40 Dschihadisten. Die Männer und Frauen seien vermutlich vor einigen Monaten bei einem Luftangriff auf Tal Afar getötet und in das Loch geworfen worden, teilten Vertreter der örtlichen Behörden und Sicherheitskräfte mit.

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Kampf in den Wüstengebieten Syriens: Rakka und Deir Essor (alt. Schreibweisen Dair as-Saur, Deir ez-Zor) liegen am Euphrat.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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