Politik

Durchbruch im Atomkonflikt möglich Iran und 5+1-Staaten lösen Streitpunkte

32885200C31B6040.jpg5408006237322306649.jpg

Vize-Außenminister Abbas Araktschi (r.) besiegelt mit IAEA-Chef Yukiya Amano das Abkommen in Genf.

(Foto: AP)

Bei den Verhandlungen über das umstrittene Atomprogramm des Irans sollen die Streitpunkte gelöst worden sein. Das berichtet das iranische Staats-TV. Unterhändler aus den USA sind in ihrer Beurteilung etwas vorsichtiger. Parallel zu den Gesprächen beginnen die Briten eine bemerkenswerte Iran-Politik.

Der Iran und die EU sind bei ihren Gesprächen über die Umsetzung eines Zwischenabkommens zur Lösung des Atomstreits ein gutes Stück vorangekommen. Ein Sprecher der EU, die die Verhandlungen für die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland (5+1) führte, sprach in Brüssel von sehr guten Forstschritten in allen Punkten. Auch das US-Außenministerium sprach von einem guten Vorankommen, widersprach aber der iranischen Darstellung einer Einigung in allen Bereichen.

Der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Arakschi sagte hingegen in Genf, es seien Lösungen für alle Fragen gefunden worden. Nun müssten diese von den Regierungen aller beteiligten Staaten genehmigt werden. "Wir hoffen, dass wir sie (die Lösungen) morgen entweder bestätigen können oder nicht, aber hoffentlich können wir sie bestätigen", sagte Arakschi.

Bei den zweitägigen Gesprächen in Genf sollten Details eines im November erzielten Zwischenabkommens geklärt werden. Vorgesehen ist, dass der Iran seine Atomaktivitäten zurückfährt und dafür im Gegenzug Erleichterungen bei einigen Sanktionen erhält. Umstritten war unter anderem, wie schnell der Westen Sanktionen lockert, sobald der Iran die Erfüllung seiner Verpflichtungen gemeldet hat. Die Vereinbarung soll noch im Januar umgesetzt werden und den Boden bereiten für ein endgültiges Abkommen zur Lösung des jahrelangen Konflikts, das binnen sechs Monaten stehen soll.

Briten wollen ein Zeichen setzen

3g593346.jpg162689210800423871.jpg

Jack Straw durfte sich der Aufmerksamkeit internationaler Medien sicher sein.

(Foto: dpa)

Parallel zu den Atomgesprächen war die britische Regierung bemüht, die diplomatischen Dissonanzen beider Länder beizulegen. So räumte der ehemalige britische Außenminister Jack Straw Fehler in der früheren Politik seines Landes und der USA im Umgang mit dem Iran ein. Nach einem Besuch in Teheran sagte Straw der BBC, er verstehe, wenn "ein normaler Iraner" die USA und Großbritannien als "schlechte Mächte" betrachte. "Genau das waren wir auch", fügte er hinzu. So hätten London und Washington den Sturz des ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 organisiert; überdies habe der Westen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein unterstützt, als dieser in den 1980er Jahren in den Krieg gegen den Iran zog.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran waren Ende 2011 auf Eis gelegt worden. Damals schloss Großbritannien seine Botschaft in Teheran, nachdem diese von Demonstranten gestürmt worden war, und verfügte auch die Schließung der iranischen Botschaft in London. Zuletzt verbesserten sich die Beziehungen auch wegen des Amtsantritts des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani und der Annäherung im Atomstreit aber wieder. Beide Länder ernannten Geschäftsträger, die im Rang direkt unter einem Botschafter stehen.

Straw war am Dienstag gemeinsam mit drei weiteren Abgeordneten des britischen Parlaments in den Iran gereist, um dort politische Gespräche zu führen. Der BBC sagte der Ex-Minister nun, die Gruppe sei gut aufgenommen worden und habe "beträchtlichen Optimismus" gespürt. Mit Oppositionellen trafen sich die Parlamentarier demnach nicht, "weil wir nicht um bestimmter Gesten willen gereist sind, sondern um Vertrauen und gute Beziehungen aufzubauen". Ziel sei, "eine sehr, sehr lange Geschichte schlechter Beziehungen" zu beenden.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen