Politik

Terror-Razzia in Hamburg Islamisten im Staatsapparat

Radikale Islamisten verfügen möglicherweise über Informanten bei der deutschen Polizei. Unter den Mitte der Woche in Hamburg festgenommenen Terrorismusverdächtigen ist auch ein Angestellter des Landeskriminalamtes der Hansestadt. Die Hamburger Polizei bestätigte entsprechende Berichte von "Spiegel" und "Focus". Der Mann sei im Rahmen der Terror-Rasterfahndung aufgespürt, aber wegen Verdachts auf Handel mit falschen Kreditkarten vom Dienst suspendiert worden.

Der vorübergehend festgenommene gebürtige Marokkaner habe im Archiv des Hamburger Landeskriminalamts (LKA) gearbeitet und sogar Zugriff auf den bundesweiten Datenbestand der Polizei gehabt, meldete das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Auch das Magazin "Focus" berichtete, der 41-Jährige hätte Zugriff auf interne Polizeipapiere gehabt. Der inzwischen entlassene Mann soll demnach die Al-Kuds-Moschee im Hamburger Stadtteil St. Georg mitbegründet haben, die auch von den Todespiloten Mohammed Atta, Marwan Al-Shehhi und Ziad Jarrah besucht wurde. Die Gebetsstätte wird bereits seit längerer Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet und gilt als Treffpunkt gefährlicher Islamisten.

Der LKA-Bedienstete Abdelkahim Y. soll aufgefallen sein, weil er in Betrügereien verstrickt gewesen sei und Kontakt zu mutmaßlichen Islamisten gehabt haben. Er soll auch Kontakt zu Mitgliedern der Gruppe gehabt haben, gegen die am vergangenen Mittwoch eine Razzia in einer Hamburger Buchhandlung gelaufen war und die teils engen Kontakt zu den Todespiloten vom 11. September gehabt haben sollen.

Bundesanwaltschaft und Polizei hatten am Mittwoch sechs Wohnungen und eine Buchhandlung in Hamburg durchsucht. Mehrere Verdächtige wurden verhört.

Quelle: ntv.de

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