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Mit Rückendeckung der USA Israel bombardiert Syrien - wegen Iran

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Flammen schlagen aus den den Überresten einer Rakete - die syrische Luftabwehr schoss mindestens einen israelischen Jet ab.

(Foto: dpa)

Israel fliegt in mehreren Wellen Luftangriffe in Syrien. Der Iran steuere von dort aus feindliche militärische Aktivitäten, so die Begründung. Die syrische Luftabwehr schießt daraufhin einen Jet Israels ab, zum ersten Mal seit Jahren. Die USA stellen sich hinter den Verbündeten.

Drohende Eskalation zwischen Israel und Syrien: Nach dem Abschuss eines israelischen Flugzeugs durch die syrische Luftabwehr hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Konsequenzen gedroht. Sein Land strebe zwar nach Frieden, werde sich aber gegen jeden Angriff und jeden Versuch verteidigen, "seine Souveränität zu verletzen", erklärte er. "Der Iran will syrisches Gebiet dazu benutzen, Israel anzugreifen, mit dem erklärten Ziel, Israel zu zerstören."

Netanjahu telefonierte nach dem Abschuss des israelischen F-16 Kampfjets mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Außenminister Rex Tillerson. Aus den USA erhät er Rückendeckung:  Die US-Regierung unterstütze "Israels souveränes Recht auf Selbstverteidigung", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Eine "kalkulierte Eskalation" durch den Iran gefährde alle Menschen in der Region.

Mit Putin habe er vereinbart, dass die militärische Koordination Israels mit Moskau weitergehen werde, so Netanjahu. Der Kreml erklärte, Putin habe dazu aufgerufen, jegliche Schritte zu vermeiden, die zu einer für alle gefährlichen Konfrontation in der Region führen würden. Zuvor hatte das russische Außenministerium besorgt auf die Entwicklungen in Syrien reagiert und gefordert, die Souveränität Syriens zu wahren. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, spricht sich aber regelmäßig mit Israel ab. Syriens staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr habe eine "Aggression" Israels abgewehrt und mehr als ein Flugzeug getroffen.

Flughafen bombardiert

Die Spannungen Israels mit seinem Erzfeind Iran verstärken sich durch den Vorfall. Israels Luftwaffe flog in mehreren Wellen Angriffe in Syrien und bombardierte nach eigener Darstellung "iranische Ziele" und die Luftabwehr. Beschossen wurde syrischen Angaben zufolge unter anderem der strategisch wichtige Militärflughafen T4 im Zentrum des Bürgerkriegslandes. Er gilt als Stützpunkt der Armee und ihrer Verbündeten, die eng mit dem schiitischen Iran kooperieren. Grund für die Luftangriffe sei das Eindringen einer iranischen Drohne auf israelischem Gebiet, teilte die israelische Armee mit. Das Militär veröffentlichte ein Video, das den Flugkörper zeigt. Der Iran dementierte jedoch, eine solche Drohne eingesetzt zu haben.

Es handle sich um eine "Lüge und Verleumdung",  so eine Stellungsnahme des Operationsraums der Verbündeten Syriens, an dessen Spitze ein hoher iranischer General steht. Die Drohne sei im Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gewesen. Die israelischen Luftangriffe in Syrien seien ein "Terrorakt" gewesen, zu dem nicht geschwiegen werde, heißt es in der Erklärung weiter. Auf jeden neuen Angriff werde es eine "harte Antwort" geben. Der Iran agiere in Syrien nur als militärischer Berater.

USA sieht "unheilvolle Aktivitäten"

Die US-Regierung stellte sich hinter Israel: "Die USA (..) unterstützen entschieden Israels souveränes Recht auf Selbstverteidigung", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums. "Irans kalkulierte Eskalation der Bedrohung" und seine Machtansprüche in anderen Ländern bringe "alle Menschen der Region - vom Jemen bis zum Libanon - in Gefahr", erklärte Nauert. Die USA würden sich weiterhin den "unheilvollen Aktivitäten des Iran in der Region" entgegenstellen. Washington fordere "ein Ende des iranischen Verhaltens, das Frieden und Stabilität bedroht".

Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Partner der Regierung in Damaskus. Die vom Iran finanzierte und mit Israel verfeindete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah kämpft an der Seite der Armee. Israel sieht in der bewaffneten Gruppe eine große Bedrohung. Die israelische Luftwaffe hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Angriffe gegen Ziele in Syrien geflogen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die meisten gegen die Hisbollah richten. So will Israel verhindern, dass sich die Miliz weiter aufrüsten kann. Ein israelischer Militärsprecher erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei der F-16 Kampfjet von der syrischen Luftabwehr abgeschossen worden. Die Untersuchungen dauerten jedoch an.

Die Hisbollah erklärte, der Abschuss des israelischen Jets läute "den Beginn einer neuen strategischen Phase ein, die der Verletzung des syrischen Luftraums und Landes Grenzen setzt". Nach Angaben des israelischen Militärs flog Israel allerdings Stunden nach den ersten Angriffen erneut Luftangriffe in Syrien. Dabei sei ein Dutzend zusätzlicher Ziele getroffen worden. Israels Militärsprecher erklärte: "Die Syrer und die Iraner spielen mit Feuer." Israel sei bereit, jedem einen hohen Preis abzuverlangen, "der gegen uns handelt". Das Außenministerium des benachbarten Libanons warf Israel eine "aggressive Politik" vor, die die Stabilität der Region bedrohe.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa/AFP

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