Politik

13 Stockwerke in Schutt und Asche Israelis zerstören höchstes Haus von Gaza

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Große Teile des Gebäudes stürzten in sich zusammen.

(Foto: REUTERS)

Zur Warnung an die Bewohner feuert die israelische Armee zwei Raketen ohne Sprengsatz in das 13-stöckige Gebäude unweit der Küste. Nachdem 70 Familien aus ihrem Heim fliehen, wird es ernst: Die Israelis feuern aus allen Rohren und zerlegen das Hochhaus.

Die israelische Armee hat bei Luftangriffen auf den Gazastreifen eines der höchsten Wohn- und Geschäftshäuser des Küstenstreifens fast vollständig zerstört. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet. 20 Personen seien verletzt worden. Als Warnung an die rund 70 Familien, die in dem 13-stöckigen Gebäude wohnten, hatte Israel in der Nacht zwei Raketen ohne Sprengsatz vorausgeschickt. Hunderte Nachbarn wurden evakuiert, um nicht durch einen befürchteten Einsturz des Gebäudes zu Schaden zu kommen.

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Das Haus ist einsturzgefährdet und muss abgerissen werden.

(Foto: REUTERS)

Nach Tagesanbruch setzten auch die militanten Palästinenser den Beschuss Israels fort. Eine Rakete schlug in einem Haus der südlichen Küstenstadt Aschkelon ein, wobei zehn Menschen nach Angaben der Polizei leicht verletzt wurden. Laut einer Armeesprecherin wurde eine andere Rakete über dem Großraum Tel Aviv abgefangen.

Die radikal-islamische Hamas übernahm die Verantwortung für das Abfeuern von Raketen auf die israelische Hauptstadt. Sirenenalarm wurde auch in Ortschaften rund um den Flughafen Ben Gurion ausgelöst.

130 Raketen aus den Gazastreifen

Am Montag kamen bei Luftangriffen Israels mindestens neun Palästinenser ums Leben. Dem israelischen Militär zufolge wurden zudem mehr als 130 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gaza-Streifen auf den Süden des Landes abgeschossen, wobei ein Zivilist verletzt wurde. Zwei Raketen wurden am Abend nach Anbruch der Dunkelheit jenseits der Grenze zum Libanon auf Israel abgefeuert.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli starben nach palästinensischen Angaben 2125 Menschen, davon mehr als 490 Kinder. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und vier Zivilisten getötet.

Unterdessen bemüht sich Ägypten weiter um eine neue Waffenruhe. In israelischen Medien hieß es, eine Einigung könne innerhalb der nächsten Stunden erzielt werden. Frühere Waffenruhen scheiterten bereits nach Tagen. Erschwert werden die Verhandlungen, weil sich sowohl Israel als auch die Palästinenser weigern, direkt miteinander zu sprechen.

Quelle: ntv.de, ppo/rts