Politik

Atomgegner sind entsetzt Japan schaltet Meiler wieder an

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Die Entscheidung von Yoshihiko Noda stößt auf Kritik.

(Foto: dpa)

"Zum Wohle der Menschen" lässt Japans Regierungschef Noda zwei Reaktoren des AKW Oi wieder ans Netz gehen - und das über ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima und einer atomaren Auszeit. Für Greenpeace zeigt das nur, "wie tief die Regierung in der Tasche der Atomindustrie steckt".

Erstmals seit Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima vor mehr als einem Jahr sollen in Japan wieder Atomkraftwerke hochgefahren werden. Das entschied Regierungschef Yoshihiko Noda, wie er selbst bekannt gab.

"Es ist mein Urteil, dass die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Oi zum Wohle der Menschen wieder ans Netz gehen sollten", sagte der Ministerpräsident. Atomkraftgegner übten umgehend scharfe Kritik an Nodas Entscheidung. "Dies zeigt, wie tief die Regierung in der Tasche der Atomindustrie steckt", sagte Junichi Sato, Chef von Greenpeace Japan.

Seit Anfang Mai dieses Jahres sind sämtliche 50 einsatzfähigen Reaktoren in Japan abgeschaltet. Stattdessen erzeugt das Land seinen Strom derzeit mit Thermalkraftwerken. Die umliegenden Gemeinden und Provinzregierungen lehnten aus Sorge um die Sicherheit der Meiler ein Wiederanfahren der Reaktoren bisher ab.

Wenn die Atomkraftwerke, die bis zur Katastrophe in Fukushima rund 30 Prozent zur Stromversorgung Japans beitrugen, abgeschaltet blieben, "wird die japanische Gesellschaft einem Stillstand ausgesetzt sein", warnte Noda. Die Regierung sei in der Lage, eine Katastrophe wie in Fukushima zu verhindern.

Quelle: n-tv.de, dpa

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