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Studie des Statistischen Bundesamtes Jeder Sechste ist arm

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Als arm gilt laut der Studie, wer 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient. Die Erhebung berücksichtigt die Anzahl der Kinder einer Familie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kein Land in der EU trotzt der Euro-Krise so erfolgreich wie Deutschland. Doch für viele Bürger ist diese Stärke kaum spürbar. Diesen Schluss lässt zumindest eine neue Studie zu. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ist der Anteil armer Menschen an der Bevölkerung überraschend hoch.

15,6 Prozent der Deutschen leben in Armut. Das ist das Ergebnis einer Studie des Statistischen Bundesamtes. Im Vergleich zu anderen Ländern der Euro-Zone liegt der Anteil von Menschen mit wenig Einkommen an der Gesellschaft in Deutschland nur leicht unter dem Durchschnitt. Laut dem Bundesamt leben 16,1 Prozent der Bürger der Euro-Zone in Armut.

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In Griechenland war die Lage schon 2009 besonders heikel. Jeder Fünfte lebte in dem Land in Armut.

(Foto: picture alliance / dpa)

Arm ist in Deutschland im Sinne des Statistisches Bundesamtes, wer weniger als 11.278 Euro im Jahr verdient, weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Das Bundesamt nutzte für seine Erhebung Daten aus dem Jahr 2009.

Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der selbst Studien zu dem Thema erstellt, erweist sich die Armutsquote in Deutschland als Jeder Siebte von Armut bedroht . So erklärt sich auch, dass Deutschland trotz seiner Stärke in der Euro-Krise bei der Armutsquote nur im Mittelfeld landet. "Die Krankheit Armut ist resistent geworden gegen die Hauptmedizin wirtschaftliches Wachstum", sagte der Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider.

Besonders dramatisch ist die Lage in der Euro-Zone unter anderem in Griechenland, Bulgarien und Spanien. In diesen Ländern lebt jeder Fünfte unter ärmlichen Bedingungen. Schlusslicht in der EU ist Lettland mit einer Armutsquote von 21,3 Prozent der Bevölkerung. 60 Prozent der Bürger Lettlands verdienen weniger als 2722 Euro im Jahr.

Besonders günstig ist die Lage dagegen in der Tschechischen Republik. Nur 9 Prozent des EU-Mitglieds leben unter der Armutsgrenze. Auch Länder wie die Niederlande, die Slowakei und Österreich schneiden deutlich besser ab als Deutschland.

Die Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt auch die Größe der Schere zwischen arm und reich in Deutschland. Die Spitzenverdiener nehmen im Jahr 4,5 Mal so viel Geld ein wie die Geringstverdiener. Im Euroraum liegt dieser Wert im Schnitt bei 4,9 und in der EU bei 5.

Quelle: n-tv.de, ieh

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