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"Wir verteidigen unsere Hoheitsgebiete" Kanada beansprucht den Nordpol

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Der Wettlauf zum Nordpol hat längst begonnen.

(Foto: AP)

Noch gibt es Gebiete im arktischen Ozean, die nur schlecht kartiert sind und zu keinem Staat gehören. Doch das schmelzende Polareis gibt große Ölfelder frei. Kanada will sie sich sichern und seine Grenzen bis zum Nordpol verschieben. Dort steht allerdings schon eine andere Fahne.

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(Foto: Wikipedia)

Kanada erhebt offiziell Anspruch auf Gebiete, die bislang nicht offiziell zu einem Staat gehören. Das Territorium soll bis zum Lomonossow-Rücken reichen, einer Erhebung unter Wasser, die sich in der Nähe des Nordpols befindet. Außenminister John Baird sagte, sein Land wolle "sicherstellen, dass der Anspruch Kanadas das ganze Ausmaß der Kontinentalplatte bis zum Nordpol umfasst." Nach Angabe kanadischer Medien gehört auch der Nordpol selbst zum beanspruchten Gebiet. Allerdings betrachtet auch Russland den Pol als sein Territorium.

Bei den Vereinten Nationen gibt es eine eigene Kommission, die sich um die Festlegung von Staatsgrenzen kümmert, wenn diese weiter als 200 Seemeilen von der Küste entfernt sind. Die kanadische Regierung hat nun einen Antrag bei dieser "Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels" eingereicht. Grundlage für die Ansprüche Kanadas sind neue Vermessungsergebnisse des Meeresbodens im Osten und Norden der Küste. Der Antrag betreffe vor allem den Atlantischen Ozean, doch enthalte er auch vorläufige Informationen zum Nordpolarmeer, sagte der Außenminister. "Wir zeichnen die Außengrenzen Kanadas", sagte die Arktis-Ministerin Leona Aglukkaq. "Wir verteidigen unsere Hoheitsgebiete."

Die Arbeiten, um die äußere Grenze von Kanadas Festlandsockel in der Arktis zu bestimmen, würden fortgesetzt, sagte Baird. Dies könne auch die Erhebung weiterer Daten rund um den Nordpol einschließen. Die regierenden Tories wollen seit langem die Souveränität ihres Landes über Teile der Arktis und die angrenzenden Gewässer ausweiten. Allerdings wird erwartet, dass Russland und Dänemark ihrerseits teils überlappende Gebietsansprüche stellen werden. Russland hat auf dem Meeresgrund unter dem Nordpol bereits seine Fahne gehisst und verlegt Kriegsschiffe in die Region. Zum dänischen Territorium gehört Grönland, dessen Nord-Grenze noch etwas näher am Nordpol liegt als die Kanadas. Auch Norwegen, die USA und Frankreich könnten Ansprüche anmelden. Mit einer Prüfung des kanadischen Antrags wird Mitte 2014 gerechnet.

Weil das Arktis-Eis immer weiter schmilzt, steigt das Interesse an dem Gebiet: Zum einen werden neue Schifffahrtsrouten befahrbar, zum anderen soll es in der Region rund um den Nordpol große Erdöl- und Erdgasvorkommen geben.

Quelle: ntv.de, che/AFP