Politik
Über die Zusammensetzung de Bundestages muss vielleicht neu abgestimmt werden.
Über die Zusammensetzung de Bundestages muss vielleicht neu abgestimmt werden.(Foto: dpa)
Montag, 20. November 2017

RTL/n-tv Trendbarometer: Kaum Verständnis für FDP - Wunsch nach Neuwahl

Jamaika ist keine Option auf Bundesebene - doch woran liegt das? Die Deutschen sehen die Hauptschuld nicht allein bei der FDP. Im Falle von Neuwahlen befürworten die meisten eine Kandidatur von Merkel. Bittere Nachrichten gibt es für Seehofer.

Das Ende der Jamaika-Sondierungen auf Betreiben der FDP stößt bei den meisten Deutschen auf Unverständnis. Gut 53 Prozent der Befragten gaben an, kein Verständnis für die Entscheidung der Liberalen zu haben, wie aus dem jüngsten RTL/n-tv Trendbarometer hervorgeht. Lediglich 43 Prozent können den Schritt nachvollziehen. Nach dem Ende der Gespräche plädieren nun 45 Prozent für Neuwahlen. Nur 27 Prozent würden die Fortsetzung der Großen Koalition bevorzugen.

Auf Rückendeckung bei ihrer Entscheidung kann sich die FDP derweil bei ihren Anhängern verlassen. So gaben knapp zwei Drittel (64 Prozent) der FDP-Sympathisanten an, den Ausstieg von Parteichef Christian Lindner aus den Gesprächen nachvollziehen zu können. Unter den AfD-Anhängern stößt Lindners Entscheidung sogar bei 80 Prozent auf Zustimmung. Dagegen können nur 27 Prozent bei CSU- sowie 28 Prozent bei Grünen-Wählern die FDP-Linie nachvollziehen.

Wer ist Schuld?

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Kompliziert wird es bei der Frage, wer vermutlich für das Scheitern der Gespräche verantwortlich ist. Unabhängig von der eigenen Parteienpräferenz sehen die wenigsten die Schuld bei der CDU. Stattdessen gaben 26 Prozent der Befragten an, dass eine Einigung an der CSU gescheitert sei. Jeweils 19 Prozent verorten den Unwillen hingegen bei FDP und Grünen. Eine Mehrheit der Befragten (38 Prozent) sieht die Schuldfrage bei allen vier Parteien.

Auffällig: Jeder dritte Grünen-Anhänger schiebt der CSU die Schuld zu - ebenso viele jedoch auch der FDP. Dagegen sehen vier von zehn befragten FDP-Sympathisanten den Grund für ein Scheitern Jamaikas im Agieren der Grünen. Und immerhin 27 Prozent der CDU-Wähler zeigen mit dem Finger auf die Unions-Schwester CSU.

Merkel ja - Seehofer nein

Auf die Frage, mit welchem Spitzenpersonal die Parteien in eventuelle Neuwahlen gehen sollten, votierte knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) auf eine neuerliche Kandidatur von Kanzlerin Angela Merkel. Bei den CDU-Anhängern sagen dies 85 und bei den CSU-Wählern immerhin noch 69 Prozent. Einen schwierigeren Stand hat dagegen SPD-Chef Martin Schulz. Ihn wollen 29 Prozent der Befragten als Kanzlerkandidaten sehen. Das ist immerhin der beste Wert unter allen SPD-Spitzenpolitikern. Bei den eigenen Anhängern kommt Schulz auf eine knappe Mehrheit von 53 Prozent.

Bitter sind die Umfrageergebnisse derweil für CSU-Chef Horst Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident will am Donnerstag die Parteigremien über seine Zukunft informieren. Und geht es nach den Wählern, sollte seine Zeit als Spitzenpolitiker enden: 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, Seehofer sollte alle seine Ämter aufgeben. Von den CDU-Anhängern befürworten dies sogar 73 Prozent. Und selbst innerhalb der CSU-Gefolgschaft sehen 64 Prozent der Befragten das Ende der Ära Seehofer.

Käme es nun zu Neuwahlen, würden derzeit 31 Prozent der Stimmen auf die Union entfallen. Die SPD erhielte 21 Prozent. Grüne und AfD bekämen jeweils 12 Prozent. Für die FDP würden 10 Prozent der Wähler votieren, für die Linke 9 Prozent.

Für die Erhebung sind im Auftrag der RTL Mediengruppe am heutigen Tag 1789 Wahlberechtigte befragt worden.

Quelle: n-tv.de

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