Politik

Ausgangssperre wird befolgt Keine Menschenseele auf Bayerns Plätzen

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Der Hauptmarkt in Nürnberg ist zur Mittagszeit normalerweise stets gut besucht. In Zeiten der Corona-Pandemie sieht das anders aus.

(Foto: dpa)

Während die Bundesregierung erst an diesem Wochenende über eine Ausgangssperre entscheiden will, ist Bayern schon vorgeprescht. Dort müssen die Menschen bereits drinnen bleiben und dürfen die Wohnungen nur für das Nötigste verlassen. Und das klappt offenbar ganz gut.

Alle Menschen im Land sind aufgerufen zu Hause zu bleiben und jeden Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden - doch das geschieht weitgehend auf freiwilliger Basis. Nicht so in Bayern - dort gilt seit Freitag die Ausgangssperre. Offenbar halten sich die Bürger daran, wie nun der Innenminister des Freistaats, Joachim Herrmann, sagte. "Weitestgehend" würden die Ausgangsbeschränkungen eingehalten, sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk.

Bayern und das Saarland waren am Freitag mit "grundlegenden Ausgangsbeschränkungen" vorgeprescht. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte angekündigt, dass das öffentliche Leben ab Samstag nahezu vollständig heruntergefahren werde. "Die allermeisten halten sich daran", sagte Innenminister Herrmann nun. Es habe "da und dort" noch ein paar Gruppen von Jugendlichen gegeben, die von der Polizei nach Hause geschickt worden seien.

Den Ausgangsbeschränkungen zufolge dürfen die Menschen die Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen, etwa für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen. Auch Spaziergänge und Sport an der frischen Luft sind erlaubt - aber nicht in Gruppen. Lokale, Restaurants, Biergärten, Friseure und Baumärkte sind geschlossen.

Scholz gegen Ausgangssperre

Vizekanzler Olaf Scholz sprach sich gegen eine Ausgangssperre aus, die noch weitergehende Einschränkungen zur Folge hätte. "Gerade in der gegenwärtigen Situation haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die allermeisten Bürger hätten hoffentlich verstanden, worum es jetzt geht.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet rief am Samstag die Bewohner des bevölkerungsreichsten Bundeslandes noch einmal eindringlich auf, soziale Kontakte zu meiden und zu Hause zu bleiben. "Nur dann werden wir es schaffen, alle Erkrankten gut zu versorgen und Leben zu retten", schrieb der Kandidat für den CDU-Vorsitz in einem Brief an die Bürger.

SPD und Grüne kritisierten derweil, dass Bayern ohne Abstimmung mit anderen Bundesländern Ausgangsbeschränkungen beschlossen hat. Corona stelle alle vor eine beispiellose Herausforderung, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Funke-Zeitungen. Es wäre besser, wenn die Länder, wie vereinbart, mit der Kanzlerin abgestimmt handeln würden.

Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock bezeichnete Söders Kurs als "kontraproduktiv". Sein Vorpreschen schaffe "kein Vertrauen, sondern Verunsicherung für alle anderen Regionen", sagte sie der "Welt". "Dies ist nicht die Zeit für Alleingänge."

Quelle: ntv.de, vpe/AFP