Politik

"Atomkraft nur für Übergang" Köhler für regenerative Energien

Bundespräsident Horst Köhler hat sich für ein "entschlossenes" Umstellen auf erneuerbare Energien ausgesprochen. Eine längere Nutzung der Atom- und Kohleenergie hält er dennoch für denkbar.

"Ich halte es für zwingend, dass Deutschland eine entschlossene langfristige Strategie zur Nutzung regenerativer Energien und zur massiven Verbesserung der Energieeffizienz entwickelt und umsetzt", sagte Köhler dem "Stern".

Es gebe allerdings ernstzunehmende Studien, in denen vor einer "Energielücke" gewarnt werde. Er würde daher nicht ausschließen, dass für die Umstellung im Energiebereich mehr Zeit nötig sei.

Mit den Bürgern müsse über die Konsequenzen diskutiert werden, sagte Köhler weiter. Die Aufgabe sei vor allem, Energie und Rohstoffe zu sparen. Trotzdem könne sich bald die Frage stellen, ob "wir für eine längere Übergangsphase, als wir uns das heute wünschen, noch einen Mix einschließlich Nuklear- und Kohleenergie brauchen."

Am Atomausstieg hält Köhler fest

Grundsätzlich beharrt der Bundespräsident auf dem Abschied von der Atomkraft. "Der Ausstieg aus der Atomkraft ist beschlossen, weil Atomkraft für uns auf lange Sicht keine Lösung ist." Die Sicherheitsbedenken sollten auch nicht vernachlässigt werden, weil Kernenergie billig sei. "Allein die ungelösten Endlagerprobleme sind mir viel zu gegenwärtig, als dass ich dazu raten würde", sagte Köhler.

Der zwischen den Energiekonzernen und der damaligen rot-grünen Bundesregierung ausgehandelte Atomkonsens schreibt für jedes deutsche Atomkraftwerk so genannte Reststrommengen fest, die noch erzeugt werden dürfen. Danach muss der Meiler abgeschaltet werden. Grundlage war eine durchschnittliche Gesamtlaufzeit pro Werk von 32 Jahren. Die Vereinbarung eröffnet aber auch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen Reststrommengen zu übertragen.

Quelle: n-tv.de

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