Politik

Hamburger Peepshow beendet Körperscanner abgebaut

Sicherheitskontrollen mit Körperscannern wird es an deutschen Flughäfen vorerst nicht geben. Das stellt Bundesinnenminister Friedrich nach einer zehnmonatigen Testphase klar. Die Fehlerquote der Geräte liegt bei etwa 50 Prozent. Die Geräte konnten nicht einmal zwischen Schweiß, Kleiderfalten und Waffen unterscheiden.

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Der Körperscanner wird durch die Abflughalle des Flughafens in Hamburg geschoben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Körperscanner auf dem Hamburger Flughafen sind Geschichte. Nach dem gescheiterten Test wurden die beiden Geräte abgebaut und aus der Flughafenhalle geschoben.

Ende August hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) entschieden, die Körperscanner nicht weiter einzusetzen. Die Auswertung des zehnmonatigen Tests hatte ergeben, dass sie in knapp der Hälfte aller Fälle Fehlalarm gaben.

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Der nackte Mensch wird stilisiert dargestellt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Scanner, der mit Millimeterwellen arbeitet, scheiterte schon an einfachen Schweißflecken unter der Achsel. Die Software hat Probleme, das Erkannte richtig einzuordnen. Das Programm konnte Schweißflecken nicht von gefährlichen Gegenständen unterscheiden. Auch Körperfett, Kleiderfalten, Gürtelschnallen, mehrschichtige Kleidung, Reißverschlüsse und Nieten verursachten Probleme. Zudem reagierten die beiden Testgeräte empfindlich auf Bewegungen.

Rund 800.000 Passagiere hatten die an Duschkabinen erinnernden Apparate freiwillig genutzt. Die Geräte sollen nun unter Laborbedingungen bei der Bundespolizei in Lübeck weiterentwickelt werden – vor allem die Software.

Quelle: ntv.de, dpa