Politik

Harsche Attacke vom FDP-Vize Kubicki spricht AKK Format ab

Den ersten innerparteilichen Angriff auf ihre Rolle als CDU-Chefin pariert Annegret Kramp-Karrenbauer. Kurz darauf schlägt ein natürlicher Verbündeter der Christdemokraten in die gleiche Kerbe: AKK sei als Vorsitzende und Kanzlerkandidatin ungeeignet, behauptet Wolfgang Kubicki.

Am Tag nach der desaströsen Landtagswahl in Thüringen gelingt es der CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer, die Forderung des JU-Vorsitzenden Tilman Kuban nach einer Personaldebatte abzuwehren. Nun muss sie sich auch noch Kritik von außen erwehren: Der FDP-Vizeparteivorsitzende Wolfgang Kubicki kritisierte die CDU-Chefin scharf. Kramp-Karrenbauers Vorschlag zur Errichtung einer internationalen Sicherheitszone in Nordsyrien "eine Woche vor der Wahl" sei "instinktlos" gewesen, sagte Kubicki der "Passauer Neuen Presse". Kramp-Karrenbauer habe der CDU in Thüringen "im Wahlkampf massiv geschadet". Die CDU-Chefin habe überdies "nicht das Format für eine Parteichefin und auch nicht für die Kanzlerkandidatur", sagte Kubicki.

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In den Fußstapfen großer CDU-Politiker hat Kramp-Karrenbauer noch nicht sicher Tritt gefasst.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen, bei der die CDU 21,8 Prozent und die SPD 8,2 Prozent erzielt hatten, nannte Kubicki "bitter". Die CDU folge der SPD und erlebe einen "dramatischen Niedergang". Beide Volksparteien müssten sich nun die Führungsfrage stellen, forderte Kubicki. Kramp-Karrenbauer habe "keine Autorität mehr" in ihrer eigenen Partei. "Ihre Tage als Parteichefin sind gezählt", urteilte der Vizepräsident des Bundestags.

CDU soll AfD erst Raum gegeben haben

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Hat mit AKK an der CDU-Spitze offenbar wenig Hoffnung auf eine schwarz-gelbe Bundesregierung: Wolfgang Kubicki.

(Foto: dpa)

Kubicki machte die CDU auch für das starke Abschneiden der AfD bei der Wahl in Thüringen verantwortlich. Ein Viertel der Wähler in Thüringen habe sich "gegenwärtig von der parlamentarischen Demokratie verabschiedet. Das ist mehr als eine Protestwahl", sagte Kubicki, der davor warnte, dass sich in Ostdeutschland "eine neue Rechte verfestigen" könnte. "Die CDU hat dieses Feld vernachlässigt und der AfD überlassen." Die Partei habe sich nicht ausreichend um diese Wähler kümmern wollen, kritisierte er.

Die AfD war aus der Wahl am Sonntag mit 23,4 Prozent der Stimmen als zweitstärkste Kraft hervorgegangen. Kubickis FDP kam in der Landtagswahl auf fünf Prozent und schaffte somit knapp den Einzug in den Landtag in Erfurt. Wegen des Verlusts der Regierungsmehrheit für Rot-Rot-Grün zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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