Politik

Showdown am Nachmittag Laschet und Söder stellen sich der Fraktion

Am Nachmittag trifft sich die Bundestagsfraktion von CDU und CSU, um eine Lösung für die K-Frage zu finden. Die beiden Hauptdarsteller sind vor Ort. Söder muss dort weitere Unterstützer für seine Kandidatur gewinnen, Laschet muss das verhindern.

Im Ringen um die Kanzlerkandidatur der Unionsparteien richten sich die Blicke auf die gemeinsame Bundestagsfraktion. Am Nachmittag kommen die gut 250 Abgeordneten zu ihrer regulären Sitzung zusammen. Den Angaben zufolge haben sich CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder darauf geeinigt, sich der Fraktion zu stellen und um Zustimmung zu werben. Söder setzt darauf, dass der Rückhalt für Laschet bei den Mandatsträgern nicht so einhellig ist wie am Montag in den CDU-Parteigremien und dass er das Meinungsbild noch zu seinen Gunsten drehen kann.

Für Abgeordnete gehe es um den "Gewinn oder Verlust des Wahlkreises", hatte der bayerische Ministerpräsident am Montag der "Bild"-Zeitung gesagt. Wenn man auf aktuelle Umfragedaten schaue, sehe man, dass früher sichere schwarze Wahlkreise "jetzt grün im Süden, rot im Westen und blau im Osten" seien.

Landesgruppe für Laschet, Abgeordnete für Söder?

CDU-Chef Laschet mahnte die Union, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. "Ein gutes, faires Miteinander ist gerade jetzt zentral. Ich setze auf Geschlossenheit", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montagabend auf einer Sitzung der einflussreichen Landesgruppe der CDU-Abgeordneten aus NRW. Teilnehmern zufolge erhielt Laschet dort große Unterstützung für eine Kandidatur. Mehrere Redner hätten ausdrücklich das einhellige Votum der CDU-Spitzengremien für Laschet begrüßt, hieß es.

Der Rückhalt in der heimischen Landesgruppe dürfte für Laschet auch angesichts der Nervosität unter den Bundestagsabgeordneten wegen der schlechten Umfragewerte für die Union und für ihn persönlich wichtig sein. Die 42 NRW-Abgeordneten bilden die stärkste Landesgruppe unter den insgesamt 245 Unionsabgeordneten. Denn eine andere, wachsende Gruppe Unionsabgeordneter verlangt die Beteiligung der Fraktion an der Entscheidung. Der schriftlich erhobenen Forderung haben sich inzwischen bereits 70 Abgeordnete beider Parteien angeschlossen, wie das Nachrichtenportal "The Pioneer" schreibt. Die meisten von ihnen dürften Laschets Rivalen Söder favorisieren.

Bouffier gegen interne Abstimmung

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Der einflussreiche stellvertretende CDU-Vorsitzende, Volker Bouffier, sprach sich aber wie auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gegen diese Forderung aus. Ein weiteres Gremium müsse nicht befasst werden, sagte er "The Pioneer". "Wir haben ja zwei Gremien mit allen, was man dazu braucht. Vorstände, Präsidien, dabei sollte es auch bleiben."

Unklar ist, wann die Entscheidung fällt. Laschet drängt auf größtmögliches Tempo. Nach der breiten Unterstützung im CDU-Präsidium und -Vorstand für seine Kandidatur hatte er angekündigt, noch am Montag mit Söder sprechen zu wollen. Denn der hatte am Sonntag seinen Anspruch auf die Kandidatur mit dem Hinweis versehen, dass dies gelte, wenn die CDU ihn breit unterstütze. Nachdem diese Unterstützung am Montag ausgeblieben war, wartet Söder darauf, dass sich seine Unterstützer lauter zu Wort melden - er hat es daher nicht eilig.

Das CSU-Präsidium gab ihm am Montag seinerseits die volle Unterstützung, anschließend machte er deutlich, dass es am selben Tag keine Entscheidung mehr geben würde, sondern erst in den nächsten Tagen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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