Politik

Nach Ärger über maskenlose Sozis Lauterbach verteidigt SPD-Gruppenfoto

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"Die Kolleginnen und Kollegen haben nichts falsch gemacht", so Lauterbach.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Nach dem Wahlsieg der Sozialdemokraten sorgt ein Foto der neu zusammengesetzten SPD-Fraktion für Aufregung: Inmitten einer Pandemie stehen gut 200 Abgeordnete Schulter an Schulter und ohne Maske im Parlament. Bis auf Karl Lauterbach - der seine Parteifreunde nun in Schutz nimmt.

206 Abgeordnete zählt die neue Bundestagsfraktion der Sozialdemokraten. Das macht 206 Menschen, die dicht gedrängt auf einer Treppe im Parlament ein eindrucksvolles Fotomotiv abgeben. Und für Empörung sorgen, denn: Fast niemand trug am Mittwoch einen Mund-Nase-Schutz, als der Auslöser gedrückt und der Erfolg der SPD bei der Bundestagswahl noch einmal festgehalten wurde - inmitten einer Pandemie.

Nur einer stach aus dem Gruppenbild hervor: Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte und Corona-Erklärer. Der trug nämlich eine Maske, und das als Einziger unter den Aufgereihten. Nun hat der SPD-Abgeordnete seine Parteifreunde gegen die Kritik verteidigt: "Die Kolleginnen und Kollegen haben nichts falsch gemacht", sagte Lauterbach in einer TV-Sendung der "Bild"-Zeitung. Es sei ein "ganz kurzer Moment" gewesen, die Fraktion sei "geimpft und getestet. Von daher bestand kein Risiko".

"Wenn jetzt ein Klassenfoto ohne Maske gemacht würde, beispielsweise wenn es draußen wäre, hätte ich da null Probleme mit", ergänzte der 58-Jährige, Regeln müssten "mit Verstand" gemacht werden. Zugleich warnte Lauterbach vor einer erneuten Zunahme an Neuinfektionen im Herbst: "Wir haben Corona leider noch nicht hinter uns."

Gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er: "Immer noch sind 30 Prozent der Unter-60-Jährigen nicht geimpft. Wir unterschätzen diese enorme Zahl. Sie ist zu hoch, um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern." Das Virus werde sich weiter ausbreiten in der kommenden kalten Jahreszeit, wenn sich das Leben der Menschen wieder in geschlossene Räume verlagere.

Unterdessen teilte Lauterbach auf Twitter ein Selfie von sich und einem anderen bundesweit bekannten Corona-Experten. Auf dem Foto zu sehen sind der SPD-Politiker und der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten - beide ohne Maske, beide geimpft. "Zwar keine Rockband", schrieb Lauterbach, "aber immerhin voller Ideen, wie die 4. Welle so flach wie möglich über Deutschland spülen könnte."

Der Bezug ist offensichtlich: Erst kürzlich verbreiteten FDP-Chef Christian Lindner, FDP-Generalsekretär Volker Wissing und die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck ein gemeinsames Selfie, das in sozialen Medien eifrig geteilt und vielfach mit der Frage "Wie heißt diese Band?" versehen wurde. Grüne und FDP sondieren derzeit die politischen Voraussetzungen für ein mögliches Regierungsbündnis.

Quelle: ntv.de, mbe

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