Politik

"Weiteres Blutvergießen vermeiden" Libysche Gegenregierung gibt auf

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Auch die massive Präsenz von Polizei- und Armeeeinheiten der Einheitsregierung zwangen die Islamisten zur Aufgabe.

(Foto: REUTERS)

Seitdem der international anerkannte Ministerpräsident vor wenigen Tagen in Tripolis eingetroffen ist, kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen beiden Regierungen. Nun geben die Islamisten klein bei und überlassen das Feld der Einheitsregierung.

Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat nach eigener Darstellung zugunsten der von den UN vermittelten Übergangsregierung aufgegeben. In einer am Dienstagabend verbreiteten Erklärung begründeten die Islamisten ihre überraschende Entscheidung damit, dass sie "weiteres Blutvergießen und eine Spaltung des Landes vermeiden" wollten.

In Libyen hatten zuletzt die islamistische Regierung in Tripolis und die international anerkannte Regierung in Tobruk im Osten des Landes konkurriert. Eine von den Vereinten Nationen vermittelte Einheitsregierung war erst vor wenigen Tagen in Tripolis eingetroffen, um die Amtsgeschäfte trotz Widerstands der Islamisten zu übernehmen.

Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch soll der Bürgerkrieg beendet werden, der das Land seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 erfasst hat. Zahlreiche bewaffnete Gruppen bekämpfen sich. Die Islamisten in Tripolis hatten wiederholt gegen das Eintreffen des designierten Ministerpräsidenten protestiert und dies als illegal bezeichnet. Islamistische Milizen drohten bis zuletzt mit Widerstand.

Al-Sarradsch kündigte bei seinem Eintreffen an, Aussöhnung und die Rückkehr von Vertriebenen anzustreben. Seine Regierung werde einen Plan vorlegen und zur Zusammenführung der Bemühungen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufrufen.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa